Vergewaltigungsprozess Kachelmann verklagt Mannheimer Staatsanwaltschaft

Jörg Kachelmann zieht wieder vor Gericht: 2012 waren Äußerungen der Staatsanwaltschaft Mannheim publik geworden, die den Ex-Wettermann seiner Meinung nach der Vergewaltigung verdächtig machen - obwohl er da bereits freigesprochen war.

Kachelmann vor Gericht in Frankfurt (2013): Klage gegen die Anklagebehörde
DPA

Kachelmann vor Gericht in Frankfurt (2013): Klage gegen die Anklagebehörde


Köln/Stuttgart - Jörg Kachelmann geht gerichtlich gegen die Staatsanwaltschaft Mannheim vor. Mit der Klage vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe soll nach den Worten von Kachelmanns Anwalt Ingo Baum eine "boshafte Nachverurteilung" der Staatsanwaltschaft unterbunden werden. Hintergrund ist eine Formulierung der Staatsanwaltschaft, die "Stern TV" im Herbst 2012 zitierte - ein Jahr nach Kachelmanns Freispruch vom Vorwurf, seine frühere Geliebte vergewaltigt zu haben.

Bei der Klage dreht es sich demnach um die Behauptung, dass am Griff eines Messers, mit dem Kachelmann seine Geliebte bedroht haben soll, DNA-Spuren eines Mannes festgestellt worden seien, die mit der DNA-Typisierung Kachelmanns übereinstimmten.

Wie Baum ausführte, befanden sich am Messer neben weiblicher DNA zwar auch minimale Spuren männlicher DNA. Diese seien jedoch laut einem Gutachten im Prozess nicht Kachelmann zugeordnet worden, da sie auch von jedem anderen Mann stammen könnten. Auf diesen Aspekt habe die Staatsanwaltschaft in der bei "Stern TV" zitierten schriftlichen Antwort jedoch nicht hingewiesen. So habe die Behörde bewusst den falschen Eindruck erweckt, es sei DNA gefunden worden, die klar auf Kachelmann hinweise.

Die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe wollte sich zu Details wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern. Die Behörde bestätigte jedoch, dass die Staatsanwaltschaft Mannheim am 12. Oktober 2012 die umstrittene schriftliche Stellungnahme abgegeben hat.

mxw/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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ausmisten 19.09.2014
1. Der Gender Wahn
nimmt bedrohliche Formen an.Die Frau, das unschuldige Wesen.Jenseits jeglicher Rechtsstaatlichkeit ist das Festhalten an Verdaechtigungen, auch von einer bekannten Steuerhinterzieherin, gegen den vom Gericht freigesprochenen Herrn Kachelmann.Hoffentlich bekommt Herr Kachelmann in diesen Verfahren recht und der Staatsanwaltschaft werden die Grenzen aufgezeigt.
helianthe 19.09.2014
2. Kachelmann
und kein Ende!Und immer dieses eine Foto,dieser wirre Blick!Ich hoffe er wird den Prozess nicht gewinnen.Obwohl es ev besser wäre,ansonsten geht das in paar Tagen wieder mit einem anderen Prozess weiter!
hatschon 20.09.2014
3. Ich wünsche mir viele Klagen
gegen die Staatsanwalt weil sie schon lange den Pfad der Gesetze und Unschuldsvermutung verlassen hat ! Bravo und weiter so die Staatsanwaltschaft will um jeden Preis Verurteilungen am Fließband !
tolate 20.09.2014
4.
Spannend dürfte sein zu erfahren, ob die Justiz die Suggestion, männliche DNA, ergo Kachelmanns DNA, als straflos bleibende Frage der Logik zu Lasten des Lesers erklären wird: Die gefundene DNA Spur lässt sich selbstverständlich Herrn Kachelmann zuordnen, da sie von einem männlichen Individuum stammt. Heißt "lässt sich zuordnen" sie stammt von ihm? Nein, sie lässt sich zuordnen, weil der Befund, "männlich" das nicht ausschließt. Und dass es eine von Herrn Kachelmann herrührende DNA-Spur sei, hat die Staatsanwaltschaft ja nicht explizit behauptet.
tatsache2011 21.09.2014
5. Zusammenhang
Zitat von tolateSpannend dürfte sein zu erfahren, ob die Justiz die Suggestion, männliche DNA, ergo Kachelmanns DNA, als straflos bleibende Frage der Logik zu Lasten des Lesers erklären wird: Die gefundene DNA Spur lässt sich selbstverständlich Herrn Kachelmann zuordnen, da sie von einem männlichen Individuum stammt. Heißt "lässt sich zuordnen" sie stammt von ihm? Nein, sie lässt sich zuordnen, weil der Befund, "männlich" das nicht ausschließt. Und dass es eine von Herrn Kachelmann herrührende DNA-Spur sei, hat die Staatsanwaltschaft ja nicht explizit behauptet.
"DNA-Spuren eines Mannes festgestellt worden seien, die mit der DNA-Typisierung Kachelmanns übereinstimmten." lautet der Text. Juristen können sich doch sonst genau ausdrücken. Das Wort "übereinstimmen" in Verbindung mit dem Namen Kachelmann ist irreführend, weil die DNA-Typisierung mit jedem Mann übereinstimmt.
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