Zum zehnten Mal John Lennons Mörder scheitert mit Gnadengesuch

Mark David Chapman bleibt hinter Gittern: Der Mörder von John Lennon ist mit seinem Antrag auf vorzeitige Entlassung gescheitert - und das bereits zum zehnten Mal.

Mark David Chapman (Januar 2018)
REUTERS/ New York State Department of Corrections and Community Supervision

Mark David Chapman (Januar 2018)


Der zu lebenslanger Haft verurteilte Mörder von John Lennon muss mindestens noch zwei Jahre im Gefängnis verbringen. Die zuständige Behörde im US-Bundesstaat New York hat den Antrag von Mark David Chapman auf Bewährung abgelehnt. Der 63-Jährige hatte bereits zum zehnten Mal ein Gnadengesuch an den Haftprüfungsausschuss gerichtet.

Eine Entlassung Chapmans wäre "unvereinbar mit dem Wohlergehen und der Sicherheit der Gesellschaft und würde das ernste Verbrechen so abwerten, dass es den Respekt für das Gesetz untergraben würde", heißt es in der Begründung des Gremiums. Er habe den "Mord an einer weltberühmten Person sorgfältig geplant und ausgeführt, ohne dass es einen anderen Grund gegeben hätte, als Bekanntheit zu erlangen".

Eine Freilassung Chapmans würde nicht nur die Schwere des Verbrechens mildern, sondern auch die öffentliche Sicherheit gefährden, schrieb der Haftprüfungsausschuss. Es bestehe die Gefahr, dass jemand ihn aus Rache oder Wut töten wolle, um ebenfalls selbst berühmt zu werden.

Bei einer Anhörung vor dem Bewährungsausschuss im Jahr 2014 hatte Chapman gesagt: "Ich bekomme noch immer Briefe, in denen es um den Schmerz geht, den ich mit meinem Streben nach Ruhm verursacht habe. Es tut mir leid, dass ich so ein Idiot war und den falschen Weg zum Ruhm gewählt habe."

John Lennon und Yoko Ono (1969)
Getty Images

John Lennon und Yoko Ono (1969)

Chapman hatte den früheren Beatles-Sänger Lennon am 8. Dezember 1980 vor dessen Wohnhaus in New York erschossen. Er wurde im August 1981 zu lebenslanger Haft verurteilt und verbüßt seine Strafe derzeit im Hochsicherheitsgefängnis von Alden. In der Vergangenheit hatte sich auch Lennons Witwe Yoko Ono ausdrücklich gegen eine Haftentlassung ausgesprochen.

Seit 1990 zeigt Chapman Reue für den Mord an Lennon, seine Anträge auf Haftentlassung wurden bislang aber immer zurückgewiesen. Beim ersten Antrag im Jahr 2000 urteilte der Ausschuss, der Häftling werde weiter von dem Drang nach "Ruhm und Bekanntheit" getrieben, der ihn zum Mörder gemacht habe. Auch 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014 und 2016 lehnte das Gremium eine Bewährung ab.

Chapman kann frühestens im August 2020 eine neue Anfrage stellen.

wit/AP



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