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Vor Missbrauchsprozess: Papstbotschafter kommt ins Krankenhaus

Ex-Papstbotschafter Josef Wesolowski: Schon seit Längerem krank Zur Großansicht
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Ex-Papstbotschafter Josef Wesolowski: Schon seit Längerem krank

Es wäre ein Novum gewesen: Erstmals sollte ein hochrangiger katholischer Geistlicher wegen Kindesmissbrauchs angeklagt werden - doch kurz vor Prozessbeginn kommt der frühere Erzbischof Wesolowski auf die Intensivstation.

Kurz vor Beginn seines Missbrauchsprozesses ist der ehemalige Vatikanbotschafter Josef Wesolowski ins Krankenhaus eingeliefert worden. Er sei auf der Intensivstation und könne daher nicht an dem Prozess wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger teilnehmen, teilte der Vatikan mit. Die Eröffnungssitzung am Samstagmorgen werde sich daher auf eine kurze Anhörung beschränken.

Wesolowski wird vorgeworfen, während seines Aufenthalts in der Dominikanischen Republik von 2008 bis 2013 Kinder sexuell missbraucht zu haben. Außerdem soll er während seines Aufenthalts im Vatikan zwischen August 2013 und September 2014 kinderpornografisches Material aus dem Internet heruntergeladen haben.

Der 66-jährige Pole leidet bereits seit Längerem an nicht öffentlich bekannten gesundheitlichen Problemen. Wesolowski war im September 2014 im Vatikan festgenommen und zunächst unter Hausarrest gestellt worden. Papst Franziskus hatte ihn nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Herbst 2013 von seinem Posten abberufen. Nach einem disziplinarischen Verfahren wurde der frühere Erzbischof in den Laienstand versetzt - die höchstmögliche Strafe in der Kirche.

Der Prozess gegen den einstigen Geistlichen ist eine Premiere im Vatikan. Er zeigt die härtere Linie, die Papst Franziskus gegen Kindesmissbrauch verfolgt. Im Juni stimmte das katholische Kirchenoberhaupt auch der Schaffung eines Gerichts zu, das die Vertuschung von Missbrauchsfällen durch Bischöfe ahnden soll. Damit folgte er einer Empfehlung eines neu gegründeten Gremiums gegen sexuellen Missbrauch durch Geistliche.

kry/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. verhältnis
raro 11.07.2015
Kirchenmann - krank, Bestrafung bei Mißbrauch, bisher Laienrichter, Prozess kommt noch, wir werden sehe. Lehrerin, einvernehmlicher Sex mit Schülern ( gilt jetzt in der USA als Vergewaltigung wenn diese unter 18 sind) Verurteilt zu 22 Jahren Gefängnis. In meinen Augen - Unausgewogen
2.
Rainer Helmbrecht 11.07.2015
Zitat von raroKirchenmann - krank, Bestrafung bei Mißbrauch, bisher Laienrichter, Prozess kommt noch, wir werden sehe. Lehrerin, einvernehmlicher Sex mit Schülern ( gilt jetzt in der USA als Vergewaltigung wenn diese unter 18 sind) Verurteilt zu 22 Jahren Gefängnis. In meinen Augen - Unausgewogen
Ich denke sie Verwechseln Recht, mit Gerechtigkeit. MfG. Rainer
3. Systemimmanentes Problem
Hyperboraeer 11.07.2015
so sagen Leute, die es wissen müssen: Ehemalige kath. Priester, die wg. solcher und anderer Vorgänge enttäuscht aus der Kirche ausgetreten sind. Dass das ganze Gepränge und die reine Männergesellschaft bevorzugt homosexuelle Männer anzieht, schon deshalb, weil sie sich dann keinen gesellschaftlichen Nachfragen nach nicht vorhd. Ehefrau/ Lebensgefährtin aussetzen müssen (nicht alle Gesellschaften sind ja so offen in Sachen Homosexualität), ist kein Geheimnis, schlüssig und nachvollziehbar - sagen sogar Priester, derzeitige und ehemalige. Etwas ganz anderes ist aber das Thema des Kindesmissbrauchs. Allerdings erleichtert das System kirchlicher Einrichtungen häufig eben diesen. In Hamburg gibt's ein FKK-Bad, das einen Bademeister beschäftigte, der offenbar pädophile Neigungen hatte, was leider erst später offenbar wurde. Wie wollte und könnte man das auch prüfe, zuvor? Solange die Kirche aber an Strukturen festhält, die Kindesmissbrauch ermöglichen und im schlimmsten Fall sogar (ver-)decken, verschweigen und deren Strafverfolgung vereiteln, sollte man sich mal ernsthaft überlegen, ob man auch weiterhin eigentlich "Mitglied" eines solchen Vereins sein will. Ich kam, ähnlich wie mir bekannte kath. Priester, zum Schluss, dass das mit meinem Gewissen und auch mit meinem Glauben nicht vereinbar sein kann und bin ausgetreten, allerdings nicht, ohne meine Gründe auch entsprechend zu kommunizieren.
4.
h.hass 11.07.2015
Zitat von raroKirchenmann - krank, Bestrafung bei Mißbrauch, bisher Laienrichter, Prozess kommt noch, wir werden sehe. Lehrerin, einvernehmlicher Sex mit Schülern ( gilt jetzt in der USA als Vergewaltigung wenn diese unter 18 sind) Verurteilt zu 22 Jahren Gefängnis. In meinen Augen - Unausgewogen
Was hat das eine denn mit dem anderen zu tun? Das sind doch gar nicht dieselben Gerichte, die hier urteilen.
5. verhälnismässigkeit
raro 11.07.2015
Zitat von Rainer HelmbrechtIch denke sie Verwechseln Recht, mit Gerechtigkeit. MfG. Rainer
gibt es auch in der Rechtsprechung, und die Strafe für die Lehrerin ist absolut unverhälnismässig.
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