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WDR-Talksendung: Staatsanwalt interessiert sich für Anruf bei Domian

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DPA

Talker Domian: Alarmierender Anruf

Bei WDR-Talker Jürgen Domian rief eine Frau an, die den Eindruck erweckte, geschlagen zu werden. Ein Scherz? Die Polizei zumindest findet das gar nicht lustig.

Ein nächtlicher Alarmanruf während der Live-Sendung von Talker Jürgen Domian im WDR-Radio wird möglicherweise ein Fall für die Justiz. Es werde geprüft, ob eine strafbare Handlung vorliegen könnte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bochum. Dabei könnte es um den Verdacht auf Vortäuschung einer Straftat gehen.

In der Sendung hatte eine junge Frau in der Nacht zum Dienstag den Eindruck erweckt, sie werde während des Anrufs von ihrem Partner geschlagen. Mitarbeiter der Sendung alarmierten die Polizei.

Soll wohl ein Scherz sein

Die Beamten konnten nach eigenen Angaben die Anruferin noch in derselben Nacht in Castrop-Rauxel ausfindig machen, entdeckten jedoch keine Hinweise auf Gewalt. In der "Bild"-Zeitung wird eine 23-jährige Christina mit den Worten zitiert, das Ganze habe ein Scherz sein sollen, der ihr nun "unendlich leid" tue.

Seit mehr als 20 Jahren können in der Live-Sendung "Domian" Anrufer dem Moderator ihre Lebensprobleme schildern. Dabei geht es regelmäßig um bizarre Sexpraktiken, unerfüllte Wünsche und schwere Schicksalsschläge. In diesem Jahr will der 57-jährige Moderator aufhören.

sms/dpa

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1. wohl kaum
TomRohwer 24.02.2016
---Zitat--- Es werde geprüft, ob eine strafbare Handlung vorliegen könnte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bochum. Dabei könnte es um den Verdacht auf Vortäuschung einer Straftat gehen. ---Zitatende--- Daran sind Zweifel erlaubt. Auch in Bochum dürfte Staatsanwälten bekannt sein, dass das "Vortäuschen einer Stratat" (Paragraph 145d StGB) voraussetzt, dass dies gegenüber einer Behörde gemacht wird. Und eine Behörde ist Domian nun ja wohl eindeutig nicht, auch wenn er länger auf seiner Position sitzt als die meisten Beamten in NRW...
2. Nicht der einzige Fall
fred-vom-saturn 24.02.2016
Im Jahr 2015 hat eine junge Anruferin bei der Sendung "Domian" davon berichtet jahrelang von einem Nachbarn als Kind und Jugendliche missbraucht worden zu sein. Durch Drohungen hat das Opfer jahrelang geschwiegen. Erst als sie Älter wurde begann sie sich zu wehren. Der Täter habe ihr dann gesagt, wenn sie den Mund hielte würde er wegziehen. Was in der Folge dann auch geschah. Erstmals bei Domian, so das Opfer, offenbarte sie sich. So weit erkennbar klang die Anruferin authentisch. Es wurde hiernach bei der Redaktion nachgefragt, ob eine Anzeige erstattet wurde, da der Täter wohlmöglich sich an der neuen Adresse das nächste Opfer suchen würde. Eine Antwort blieb die Redaktion schuldig. Sie wird wissen warum.
3. Offizialdelikt
vancouverona 24.02.2016
Die Frau hat eine Körperverletzung vorgetäuscht, deren Schwere und Dauer während des Telefonates nicht abschätzbar war. Durch die "öffentliche Darstellung" im TV-Programm (live!!) ist die Staatsanwaltschaft / Polizei verpflichtet, dem nachzugehen und aus der Tat, die vielleicht nur ein Antragsdelikt gewesen wäre, wenn sie "privat" geblieben wäre, wird ein Offizialdelikt. Genug Grund nach dem Eingeständnis der frau eine saftige Rechnung zu schicken, auch zur Abschreckung etwaiger Nachfolgetäter.
4.
jhea 24.02.2016
Zitat von vancouveronaDie Frau hat eine Körperverletzung vorgetäuscht, deren Schwere und Dauer während des Telefonates nicht abschätzbar war. Durch die "öffentliche Darstellung" im TV-Programm (live!!) ist die Staatsanwaltschaft / Polizei verpflichtet, dem nachzugehen und aus der Tat, die vielleicht nur ein Antragsdelikt gewesen wäre, wenn sie "privat" geblieben wäre, wird ein Offizialdelikt. Genug Grund nach dem Eingeständnis der frau eine saftige Rechnung zu schicken, auch zur Abschreckung etwaiger Nachfolgetäter.
Körperverletzung, egal ob auf der Straße oder vom eigenem Partner, ist mitnichten ein Antragsdelikt ;) Davon abgesehen ist das hier bestenfalls ein Scherz, und die Polizei konnte das nicht wirklich abschätzen ob dort nun jemand tatsächlich verhauen wurde. Aber dafür schickt man nicht das SEK los, sondern einen Streifenwagen. Kostenpunkt bestenfalls 40 Euro.
5. @jhea
kaliballer 24.02.2016
Falsch, siehe 230 StGB
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