Landgericht Potsdam 21-Jähriger gesteht Anschlag auf Flüchtlingsheim in Jüterbog

Ein junger Mann warf zwei Brandsätze auf eine Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge. Nun steht er vor Gericht - und versucht, seine Tat zu erklären.


Im Prozess um einen Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim im brandenburgischen Jüterbog hat der 21-jährige Angeklagte vor dem Landgericht Potsdam ein Geständnis abgelegt. Er habe im Oktober 2016 zwei Brandsätze auf die Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge geworfen, sagte der Angeklagte zum Auftakt.

Als Grund gab er an, dass ihm ein Asylbewerber aus dem Heim das Portemonnaie gestohlen habe. "Ich war betrunken und sauer, dass ich bestohlen wurde." Im Nachhinein könne er seine Tat aber nicht mehr begreifen. "Ich hatte nie die Absicht, Menschen zu töten oder zu verletzten." Er habe den Dieb nur erschrecken wollen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann versuchten Mord an 20 minderjährigen Flüchtlingen vor, die in dem Heim lebten. Er habe damit rechnen müssen, dass die jungen Flüchtlinge bei einem Brand im Schlaf überrascht würden und ums Leben kämen.

Einer der beiden Brandsätze traf das halb geöffnete Fenster eines Abstellraums und setzte eine Gardine in Brand. Betreuer konnten das Feuer schnell löschen. Der Tatverdächtige sitzt seit Februar in Untersuchungshaft.

sms/dpa



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