Jugendämter in Missbrauchsfällen: Die Verantwortung der Behörden

Von Annika Sartor

Das Entsetzen in Fluterschen ist groß: Acht Kinder soll der 48-jährige Detlef S. mit seiner Adoptivtochter gezeugt haben. Dabei erhielt das Jugendamt mehrere Hinweise, eine Mitarbeiterin besuchte die Familie wöchentlich. Konnte oder wollte die Behörde nicht eingreifen?

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dapd

Örtliches Jugendamt in Altenkirchen: "Wir hatten keine Handhabe"

Hamburg - Der Fall klingt unbegreiflich: Mehr als zwei Jahrzehnte lang soll Detlev S. aus Fluterschen in Rheinland-Pfalz seine Adoptivtochter missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben. Auch an seiner heute 18-jährigen leiblichen Tochter und an seinem Stiefsohn hat er sich laut Anklage vergangen. Ein Missbrauchsfall von vergleichbarer Dimension war in Deutschland nie zuvor bekannt geworden.

Nun steht auch das zuständige Jugendamt des Kreises Altenkirchen in der Kritik. Mitarbeiter hatten die Familie über Jahre hinweg besucht und mehrere Hinweise aus dem Umfeld erhalten. Doch niemand schritt ein. Die Behörde dementiert den Vorwurf der Untätigkeit. Die mutmaßlichen Opfer hätten Missbrauch stets verneint, den Mitarbeitern seien daher "die Hände gebunden gewesen".

Hätte das Jugendamt wirklich nicht mehr für die Betroffenen tun können?

SPIEGEL ONLINE hat Fachleute befragt.

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