Prozess in Los Angeles Konzertagentur muss nicht für Michael Jacksons Tod zahlen

Es ging um mehrere hundert Millionen Dollar Schadensersatz: Im Rechtsstreit über den Tod von Michael Jackson hat die Jury die Klage der Hinterbliebenen zurückgewiesen. Die Konzertagentur AEG trägt demnach keine Schuld am Tod des King of Pop.

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Los Angeles - Die zwölf Geschworenen hatten sich tagelang beraten - am Mittwoch dann das Urteil: Die Jury hat den Konzertveranstalter AEG Live vom Vorwurf freigesprochen, am Tod von Michael Jackson mitschuldig zu sein. Das Unternehmen muss daher keinen Schadensersatz an Jacksons Hinterbliebene zahlen.

Der Prozess hatte Ende April in Los Angeles begonnen. Die Klage gegen AEG führten die drei Jackson-Kinder Prince, Paris und Blanket sowie Michael Jacksons Mutter Katherine. Sie werfen AEG vor, die Gesundheit und Sicherheit des Sängers aus Geldgier vernachlässigt zu haben und forderten Schadensersatz in Millionenhöhe.

Das Unternehmen AEG hatte die für den Sommer 2009 geplante Comeback-Tournee Jacksons organisiert. Die Familie des Popstars erhob in ihrer Klageschrift schwere Vorwürfe gegen die Firma. Der Sänger sei bei seinen letzten Proben körperlich am Ende gewesen. Der Veranstalter habe den labilen Zustand des Stars gekannt, ihn aber nicht geschont. Jacksons Arzt, Conrad Murray, sei unter Druck gesetzt worden, seinen Patienten um jeden Preis fit zu machen.

Michael Jackson war am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren auf seinem Anwesen in Los Angeles an einer Überdosis des Betäubungsmittels Propofol gestorben, das ihm sein Leibarzt Murray verabreicht hatte. Der Popstar bereitete sich zu diesem Zeitpunkt auf sein Comeback vor und litt unter chronischer Schlaflosigkeit. Murray wurde im Herbst 2011 wegen fahrlässiger Tötung zur Höchststrafe von vier Jahren Haft verurteilt.

Für großes Aufsehen während des Prozesses sorgte vor allem die Aussage von Michael Jacksons ältestem Sohn Prince. Der 16-Jährige erklärte, sein Vater habe vor der geplanten "This Is It"-Comeback-Tour Angst gehabt - ebenso wie vor den Promotern der Konzerte. "Manchmal hat er geweint. Er hat gesagt: 'Sie werden mich töten, sie werden mich töten.'" Auf die Frage, wer damit gemeint sei, habe sein Vater geantwortet: "Die Leute von AEG, Randy Phillips."

Doch dieser Argumentation folgten die Geschworenen nicht. Sie zeigten sich zwar überzeugt, dass AEG den Arzt Murray für Jackson angeheuert habe. Der Mediziner sei jedoch grundsätzlich in der Lage gewesen, seine Aufgabe korrekt wahrzunehmen. Daher treffe AEG keine Schuld.

vks/wal/AP/dpa

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mpj-opitz 03.10.2013
1. Komerz vs Musik
Es gab in meiner Generation zwei Lager: MJ Fans und Prince Fans. Prince hat vielleicht weniger Alben verkauft und den Musikmarkt nicht so revolutioniert, aber bei richtig guter Musik heutzutage hoer ich viel Prince;)
tomatosoup 03.10.2013
2. Schwachsinnig
So einen Irrsinn erfinden nur US-Rechtsanwälte. Das in den USA geltende Recht macht es ihnen leicht. Die Klägeranwälte arbeiten rein auf Erfolgsbasis (zB 25 % des "Ertrages"). Verliert der Kläger, so muss er dem Gewinner keinerlei Kosten erstatten. Da kann man mit abwegigen (Schein-) Argumenten munter drauflos klagen. Manchmal findet man ja eine sentimentale Jury, die blöd genug ist. That's it!
morkvamork 03.10.2013
3. so ist es recht
ich sehe es auch so. wenn der arzt unfähig war, warum hat er ihn dann nicht rausgeschmissen. dieser arzt gab M.J. das was wollte, nämlich genau "die" drogen ! und wenn er körperlich, aus welchen gründen auch immer, nicht mehr in der lage war, so ein projekt anzugehen. warum hat er dann den vertrag unterschrieben ? geldsorgen ? obwohl genug vorhanden auf zu grossem fuss gelebt ? die frage stellt sich, auch in hinblick auf den prozess, ist kein geld mehr da ? war trotzdem ein grosser künstler R.I.P.
Jo Ghurt 03.10.2013
4. King of Pop
Kein Popstar war je größer. Michael Jackson fehlt, auch im Jahr 2013.
Heike111 03.10.2013
5. ich war mal bei Jackos Konzert in Bremen
bei seiner Dangerous Tour. Stand dritte Reihe, im Innenraum Stadion. Also ich kann bestimmt gut tanzen, und mich ziemlich gut und flüssig dabei bewegen. Aber was dieser Jacko da auf der Bühne gemacht hat? Nein. Gelingt mir nicht, ich stand da und dachte WAS!!!! WIE MACHT ER DAS!!! Kein Mensch kann mit einer Hand den Hut festhalten immer wieder abnehmen und aufsetzen, aber mit dem anderen Arm, wobei er die freie Hand lässig in eine Richtung bewegt, und keiner kann während er das tut, in der selben Bewegung, zum Schlagzeug mit beiden Beinen mit den Beinen da so hammermäsig über die diese Bühne soringen. Und dabei auch noch lächeln????? Wie macht er das!!! Wir haben geschrieen wenn er gesprungen ist, denn alles an ihm sah aber so genial da aus, in seinen schwarzen Klamotten, das weisse Hemd halb aus der Hose, ständig springt der da über die Bühne, und uns gingen die Lichter da halb aus. Wir haben geschrien wenn er gesprungen ist und er ist gesprungen weil wir geschrien haben. 30 Sekunden springt der da so lässig über die Bühne und lächelt dabei. Ich kann nicht mal hoch springen, mir einen Hut dabei zur gleichen Zeit aufsetzen und der springt da Sekunden so für uns? Es ist sehr Schade dass dein Sohn tot ist Katherine Jackson, ich verstehe deine grosse Lücke, aber keine Klage der Welt bringt ihn dir wieder. Ich denke sie sollte Blancket so oft es geht in die Augen sehen. Sind Jackos Augen.
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