Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Zivilprozess gegen Ex-Geliebte: Gericht hält Kachelmann-Klage für "durchaus berechtigt"

Jörg Kachelmann (Archiv): Klage auf Schadensersatz Zur Großansicht
DPA

Jörg Kachelmann (Archiv): Klage auf Schadensersatz

In erster Instanz ist Jörg Kachelmann mit einer Schadensersatz-Forderung gegen seine Ex-Geliebte gescheitert. Doch vor dem Oberlandesgericht Frankfurt hat der Wettermoderator offenbar bessere Chancen.

Jörg Kachelmann hat nach seinem Freispruch im Vergewaltigungsprozess nun offenbar gute Chancen auf Schadensersatz. Das Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) deutete an, der Klage des 57-Jährigen gegen seine Ex-Geliebte Claudia D. stattzugeben. "Wir halten die Klage für durchaus berechtigt", sagte der Vorsitzende Richter am 18. Senat, Thomas Sagebiel. "Grundsätzlich scheint uns das Hand und Fuß zu haben."

Kachelmann verlangt von seiner Ex-Geliebten mehr als 13.000 Euro für Gutachten, mit denen er sich im Strafprozess gegen ihren Vergewaltigungsvorwurf verteidigt hatte.

Der Wettermoderator war im Mai 2011 vom Landgericht Mannheim freigesprochen worden. Nun kämpft er in zweiter Instanz um Schadensersatz und Schmerzensgeld. Das Landgericht Frankfurt hatte seine Zivilklage Ende 2013 abgewiesen.

In dem Verfahren vor dem OLG muss Kachelmann beweisen, dass seine frühere Geliebte bei ihrem Vorwurf die Unwahrheit gesagt hat. Das OLG hatte zur Klärung Marcel Verhoff bestellt, den Direktor des Instituts für Rechtsmedizin in Frankfurt.

Alle sechs Verletzungen von Claudia D. könnten zwar "durch fremde Hand oder Unfallgeschehen entstanden sein", sagte Verhoff in seiner fast dreistündigen Anhörung vor Gericht. "Es spricht hier aber deutlich mehr für Selbstbeibringungen."

Der Anwalt von Claudia D., Manfred Zipper, nannte Verhoffs Gutachten "spekulativ" und kündigte an, erneut ein eigenes in Auftrag geben zu wollen.

Das Verfahren wird am 1. März fortgesetzt. Ein Urteil werde dann wahrscheinlich aber noch nicht verkündet, sagte Richter Sagebiel. Der dreiköpfige Senat müsse sich noch in Ruhe überlegen, ob weitere Beweismittel notwendig seien. Das Urteil des OLG wäre rechtskräftig.

Kachelmann sehe sich nach dem Freispruch, bei dem das Landgericht Mannheim nach dem Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" entschieden hatte, immer noch mit einem Makel behaftet, sagte seine Anwältin Ann Marie Welker. "Das ist es, was hier beseitigt werden soll." Kachelmanns Strafverteidiger Johann Schwenn sagte: "Ein so ergebnisoffen fragendes Gericht hätten wir uns in Mannheim gewünscht."

hut/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: