Mitten im Weihnachtsgeschäft Raubüberfall auf Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe

Schock für die Weihnachtsshopper: Im Berliner KaDeWe stürmten Räuber eine Schmuckabteilung. Es gab mehrere Verletzte. Die Täter befinden sich auf der Flucht.

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Berlin - Mehrere maskierte Täter haben das Berliner Kaufhaus des Westens (KaDeWe) am Samstagvormittag überfallen. Sie sprühten einem Sicherheitsmann Reizgas ins Gesicht, zerschlugen Schmuckvitrinen und flohen dann in einem dunklen Auto, wie ein Polizeisprecher sagte.

Nach Angaben der Feuerwehr wurden anschließend elf Menschen vom Rettungsdienst versorgt, unter den Verletzten befand sich auch ein kleines Kind. Sie sollen Reizgas eingeatmet haben; ins Krankenhaus kam jedoch niemand.

Laut "Bild"-Zeitung hatten die vier Täter gegen 10.30 Uhr die Verkaufsfläche eines Edel-Juweliers in dem Berliner Luxuskaufhaus gestürmt. Der Überfall ging demnach blitzschnell. Der "B.Z." zufolge fiel auch ein Schuss, verletzt wurde hierdurch aber niemand. Die Polizei widersprach allerdings dem Bericht, dass auch Schusswaffen eingesetzt worden seien. Wie viel Geld die Gangster erbeutet haben, stand zunächst nicht fest.

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Überfall aufs KaDeWe: Schock beim Weihnachtsshopping

Die Täter seien offenbar über einen Seiteneingang in das berühmte Kaufhaus beim Ku'damm gelangt, teilte die Polizei mit. Der Überfall geschah etwa eine Stunde nach Öffnung des Hauses, das an Wochenenden und speziell kurz vor Weihnachten besonders gut besucht ist. Das KaDeWe wurde nach dem Überfall evakuiert und vorübergehend geschlossen.

Mehrere Überfälle auf das KaDeWe in 20 Jahren

Immer wieder hatte es in den vergangenen Monaten im Berliner Westen, der Gegend rund um Ku'damm, Gedächtniskirche und Bahnhof Zoo, derartige Blitz-Überfälle gegeben. Teils beraubten die Täter - von denen in allen Fällen eine heiße Spur fehlt - Geldboten auf der Straße, teils überfielen sie Geschäfte.

Aber auch das KaDeWe selbst stand in den vergangenen Jahren immer wieder im Interesse von Verbrechern:

  • Januar 2009: Schmuck und Uhren im Wert von mehreren Millionen Euro wandern in die Taschen unbekannter Diebe. Die Polizei verdächtigt Zwillinge, mangels Beweisen kann das Duo nicht überführt werden. Im September 2010 werden die Ermittlungen ergebnislos eingestellt.
  • Juli 1999: Zwei maskierter Brüder überfallen Geldboten in einem Treppenhaus. Sie erbeuten Einnahmen von 700 000 DM. Das Berliner Landgericht verurteilt die Täter im Januar 2000 zu mehrjährigen Haftstrafen.
  • April 1994: Das Berliner Landgericht verurteilt einen als"Dagobert" bekanntgewordenen Kaufhaus-Erpresser zu mehreren Jahren Haft. Er hatte unter anderem einen Sprengstoffanschlag auf die Sportabteilung des KaDeWe verübt und eine halbe Million D-Mark erpresst. Die Polizei fasste ihn nach zwei Jahren Fahndung und zahlreichen Pannen.

daf/dpa

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