Erstochenes Mädchen: Zwölfjähriger wegen Mordes an seiner Schwester angeklagt

Trauer um Leila Fowler: Die Achtjährige wurde in ihrem Elternhaus erstochen Zur Großansicht
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Trauer um Leila Fowler: Die Achtjährige wurde in ihrem Elternhaus erstochen

Wer hat Leila Fowler erstochen? Die Behörden im US-Bundesstaat Kalifornien haben den zwölfjährigen Bruder des achtjährigen Mädchens im Verdacht - und den Jungen nun wegen Mordes angeklagt.

Valley Springs - Leila Fowler war am 27. April mit ihrem Bruder allein zu Hause. Die Achtjährige überlebte den Tag nicht, das Mädchen aus dem kalifornischen Ort Valley Springs wurde erstochen. Die US-Polizei vermutet, dass ihr zwölfjähriger Bruder der Täter ist. Er wurde am Wochenende festgenommen. Nun sei Mordanklage gegen den Jungen erhoben worden, sagte sein Anwalt Mark Reichel. Zudem würden die Behörden dem Zwölfjährigen den Gebrauch einer gefährlichen Waffe vorwerfen.

Bislang, so Reichel, habe er noch keine Beweise gesehen, die die Ermittler gegen seinen jungen Mandanten in der Hand hätten. "Ich weiß nicht, warum die Staatsanwaltschaft ihn angeklagt hat, aber falls sie meinet, er habe etwas Unwahres gesagt, bedeutet das noch lange nicht, dass er das Verbrechen begangen hat", sagte der Anwalt CNN.

Was passierte am 27. April in Valley Springs? Die Eltern der Geschwister sind nicht zu Hause, als der Zwölfjährige sie per Telefon alarmiert. Die Stiefmutter des Jungen setzt einen Notruf an die Polizei ab: "Meine Kinder sind allein zu Hause, und ein Mann ist gerade aus dem Haus gerannt. Mein älterer Sohn war im Badezimmer und meine Tochter fing an zu schreien. Als er rausrannte, war da ein Mann in meinem Haus, ich brauche dort Polizisten."

Großfahndung nach dem Täter

Auf Nachfrage fügt die Frau hinzu: "Ja, sie haben ihn gesehen. Meine Tochter flippt aus. Die Kinder sagen, sie sind okay, aber Sie müssen dort vorbeischauen." Als Polizisten das Haus erreichen, finden sie Leila Fowler mit Stichwunden übersät vor. Das Mädchen stirbt laut Gerichtsmedizinern des Bezirks Calaveras kurz nachdem es mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus eingeliefert worden war an massivem Blutverlust und einem Schock.

Bei Vernehmungen gibt der Bruder des Mädchens an, er habe einen Eindringling aus dem Haus fliehen sehen. Kurz darauf habe er seine schwerverletzte Schwester gefunden. Er liefert den Ermittlern eine vage Beschreibung von einem großen Mann mit langen Harren. Die Polizei löst eine Großfahndung nach dem Täter aus, nimmt den Schulweg des Kindes unter die Lupe, befragt vorbestrafte Sexualstraftäter in der Gegend und geht in Valley Springs von Tür zu Tür - ohne Erfolg.

Im Verlauf der Ermittlungen stellen die Fahnder auch Fingerabdrücke und DNA-Proben des Jungen sicher. Einbruchsspuren am Elternhaus der Kinder seien dagegen keine gefunden worden, berichtete die "Los Angeles Times". Dann nimmt die Polizei den Zwölfjährigen fest. Das Sheriff-Büro von Calaveras macht allerdings keine weiteren Angaben zu den Vorwürfen gegen den Jungen.

Termin beim Jugendgericht

CNN berichtete, der Junge sei vor dem Tod seiner Schwester für fünf Tage vom Unterricht in seiner Schule suspendiert gewesen, weil er ein Messer mit in die Schule gebracht habe. Die Ermittlungsbehörden haben noch keine Angaben dazu gemacht, mit welcher Art von Messer die kleine Leila erstochen wurde.

Die leibliche Mutter des Jungen hatte noch vor dessen Festnahme gesagt, er hätte seiner Schwester niemals wehtun können. "Ich habe nie beobachtet, dass er böse zu ihr gewesen wäre", sagte Priscilla Rodriguez laut der Zeitung "Sacramento Bee".

Die Geschichte des Jungen, einen Eindringling überrascht zu haben, klinge eher nach Prahlerei, nicht wie eine Ausrede, um einen Mord zu vertuschen, so Anwalt Reichel. Die Familie der Geschwister durchlebe im Moment eine sehr schwierige Zeit.

Barney Fowler, der Vater des Zwölfjährigen, ist von der Schuld seines Sohnes noch nicht überzeugt. "Solange es keine klaren Beweise gibt, die zeigen, dass es mein Sohn war, stehen wir hinter ihm", sagte er. "Falls sie Beweise haben, ist das eine andere Geschichte. Wir sind eine aufrichtige Familie."

An diesem Mittwoch soll der Junge vor einem Jugendgericht erscheinen.

wit/AP

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