Kamerun: Schwulenrechtsaktivist gefoltert und ermordet

Eric Ohena Lembembe (Archiv): Prominenter Aktivist für die Rechte Homosexueller Zur Großansicht
AP/ THE ERASING 76 CRIMES BLOG

Eric Ohena Lembembe (Archiv): Prominenter Aktivist für die Rechte Homosexueller

Kurz nachdem der Kameruner Menschenrechtsaktivist Lembembe vor schwulenfeindlichen Schlägertrupps gewarnt hat, wurde er tot aufgefunden. Seine Leiche weist Spuren von Folter auf, berichtet Human Rights Watch. Homosexualität ist in Kamerun verboten.

Jaunde - Ein prominenter Journalist und Schwulenrechtsaktivist ist in Kamerun gefoltert und ermordet worden, nur Wochen, nachdem er öffentlich vor schwulenfeindlichen Schlägertrupps gewarnt hatte. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.

Freunde entdeckten die Leiche von Eric Ohena Lembembe am Montagabend in seinem Haus in der Hauptstadt Jaunde. Einer der Freunde sagte demnach, sein Genick sowie die Füße hätten gebrochen ausgesehen und seine Haut habe Verbrennungen aufgewiesen.

Lembembe gehörte zu den bekanntesten Aktivisten, die sich in Kamerun für die Rechte von Homosexuellen einsetzen. Zunächst als Journalist, später als Geschäftsführer der Cameroonian Foundation for AIDS (Camfaids) dokumentierte er Fälle von Gewalt und Erpressung gegen Homosexuelle und prangerte in seinem Land, das gleichgeschlechtliche Liebe verbietet, Verhaftungen an. Für seine sexuelle Orientierung kann man in Kamerun mit bis zu fünf Monaten Gefängnis bestraft werden. Laut Human Rights Watch geht kein Land südlich der Sahara schärfer gegen Homosexuelle vor.

Außerdem engagierte sich Lembembe für das Blog Erasing 76 Crimes, das schwerpunktmäßig über Länder berichtet, in denen Homosexualität verboten ist, und war Co-Autor des Buches "From Wrongs to Gay Rights".

Human Rights Watch würdigte Lembembe als hochangesehenen Aktivisten und forderte eine Untersuchung seines Falls. Die genaue Todesursache und ein eindeutiges Motiv für die Tat waren zunächst unklar.

sun/AP

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1.
wavuu 17.07.2013
Zitat von sysopAP/ THE ERASING 76 CRIMES BLOGKurz nachdem der Kameruner Menschenrechtsaktivist Lembembe vor Gewalt gegen Schwule gewarnt hat, wurde er tot aufgefunden. Seine Leiche weist Spuren von Folter auf, berichtet Human Rights Watch - Homosexualität ist in Kamerun verboten. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kamerun-schwulenrechtsaktivist-gefoltert-und-ermordet-a-911513.html
Das kommt davon, wenn man der Religion zuviel Macht ermöglicht. Wenn Religion die Gesetze und die Gesellschaft bestimmen kann, dann geht es immer zurück ins Mittelalter. Achja, Kamerun ist zu 70% christlich. Ihr wisst ja, die Christen sind ja die "Guten", nicht so wie die fiesen Moslems.
2. Man muß sich immer wieder vor Augen führen,
experiencedsailor 17.07.2013
daß in anderen Ländern Menschen wegen ihrer politischen oder sexuellen Orientierung ermordet werden.Und mit welchem Risiko sie für Dinge sowie Rechte eintreten, die für uns selbstverständlich sind. Es ist nicht notwendig dafür bis nach Kamerun zu reisen, sondern ein Kurztrip in die Länder etwas weiter östlich von uns reicht dafür ebenfalls aus. Wir zu Hause leisten uns dagegen ein paar schwadronierende Berufsempörer zumeist aus dem linken Parteispektrum oder Tussis, die in der Fremde ihre Titten zeigen, wohlwissend, dass nichts schiefgehen kann. Vielleicht könnte man wenigstens für Herrn Lembembe auf dem nächsten CSD in Hamburg eine Schweigeminute einrichten.
3. Die Schweiz Afrikas
jouvancourt 17.07.2013
...so wurde Kamerun lange genannt: stabil wachsende Wirtschaft, Rohstoffe, friedlich vereintes Land. Heute eines von Korruptionsproblemen geplagtes Land, geführt von einem Greis, der sich an die Macht klammert. Lembembe steht als Märtyrer für das neue Kamerun, die neue Generation!
4.
akeley 17.07.2013
Zitat von sysopAP/ THE ERASING 76 CRIMES BLOGKurz nachdem der Kameruner Menschenrechtsaktivist Lembembe vor Gewalt gegen Schwule gewarnt hat, wurde er tot aufgefunden. Seine Leiche weist Spuren von Folter auf, berichtet Human Rights Watch - Homosexualität ist in Kamerun verboten. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kamerun-schwulenrechtsaktivist-gefoltert-und-ermordet-a-911513.html
Das ist das Ergebnis, wenn auch bei uns die fast ausnahmslos religiös motivierte Bigotterie und der Hass gegen Homosexuelle konfliktscheu verharmlost werden. Wer den Homosexuelle herabwürdigenden Verkündigungen der Kirchen unwidersprochen zuhört und Mitglied bleibt, macht sich mit verantwortlich für Lynchmorde, denn genau auf die hohe Zahl vermeintlicher Unterstützer und die Behauptungen ihrer Führungsfiguren berufen sich die Mörder. Ohne das Gefühl, aus Rom und Mekka sowie von Milliarden Menschen zumindest schweigende Zustimmung zu haben, würden sich die Hassverbrecher sehr viel seltener aus ihren Löchern wagen. In Afrika sind die Bibel- und Koranwedelnden Killer schon zum Alltag geworden. Ohne eine klare Distanzierung von den kleingeistigen patriarchalgesetzen antiker Priesterkönige werden die Religionen immer mehr und mehr Morde anzetteln. Aber das ethisch fortschrittliche Verdammen der alten Wahnideen würde ehrliche Eingeständnisse über die abergläubischen und ignoranten Grundideen der Glaubenssysteme bedeuten, die sich die Kirchen um ihrer Pfründe willen nicht leisten wollen. Soviel Aufklärung ist wohl zuviel verlangt. Man wird weiter mit gespaltener Zunge Gebet, Bescheidenheit und Liebe predigen und gleichzeitig Ignoranz und Aberglauben schützen und verbreiten.
5. Um so bitterer wenn jetzt nur
joachimhamburg 17.07.2013
Human Rights Watch Untersuchungen fordert. Sanktionen gegen Kamerun und gleichartig primitive Länder wären ein richtiges Zeichen! Wir schreiben das Jahr 2013 und immer noch gibt es Flecken auf dieser Erde die komplett in der Steinzeit leben. Die Welt braucht dringend Bildung und weniger Religion - Ganz schön bitter alles!
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