Kanada 104 Männer wegen versuchter Kinderprostitution festgenommen

Erfolgreiche Undercover-Aktion in Kanada: In Ontario hat die Polizei 104 Männer festgenommen. Die Personen waren darauf aus, Sex mit minderjährigen Mädchen zu kaufen.

Polizist in Ottawa, Ontario
REUTERS

Polizist in Ottawa, Ontario


Im kanadischen Bundestaat Ontario sind 104 Männer festgenommen worden, weil sie mutmaßlich versucht haben, Sex mit minderjährigen Mädchen zu kaufen. Das ist das Ergebnis einer Undercover-Aktion der kanadischen Polizei.

Im Vorfeld der Festnahmen hatten Beamte Online-Anzeigen geschaltet, um Männer zu finden, die nach Sex suchen. Den Personen, die sich meldeten, gaben sie sich schließlich als Mädchen im Alter von 13 bis 16 Jahren aus. Danach stoppten die meisten Männer zwar jegliche Kommunikation, 104 schreckte das allerdings nicht ab.

Bei den Vorfällen hat es laut Regional Detective Sergeant Thai Truong keinerlei Opfer gegeben, die Maßnahmen erfolgten präventiv: "All diese Männer wurden festgenommen, weil sie versucht haben, prostituierte Kinder zu kaufen", sagte Truong: "Wir haben also 104 Männer davor gestoppt, 104 Kinder zu kaufen." Zuvor waren die Untersuchungen insgesamt vier Jahre lang gelaufen. 64 der Fälle werden nun vor Gericht verhandelt, 40 sind bereits aufgelöst: 32 Männer plädierten auf schuldig, fünf Fälle wurden zurückgezogen, drei Männer wurden vor Gericht schuldig befunden.

Die Mehrheit von gehandelten Minderjährigen werde laut Truong über soziale Medien angeschleppt. Das macht die Sache für die Ermittler oft kompliziert. "Wenn wir uns mit prostituierten Kindern beschäftigen, besteht unsere schwierigste Aufgabe darin, die Kinder zur Kooperation zu gewinnen", sagte Truong: "Sie dazu zu bringen, uns zu vertrauen und zu erzählen, was passiert ist, ist schwierig."

Unterdessen wächst das Problem in Kanada laut Truong. Das Einstiegsalter beim Gewerbe für Menschenhandel zu sexuellen Zwecken liege bei etwa 15 Jahren.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version stand im Vorspann des Artikels aus Versehen das Wort "minderwertig" statt "minderjährig" - ein Fehler, der bei diesem Thema besonders peinlich ist. Wir haben ihn umgehend korrigiert und entschuldigen uns.

aev/AFP



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