Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Kanada: Polizei warnt vor "Schwarzer Witwe"

Eine kanadische Rentnerin soll versucht haben, mehrere ihrer Ehemänner umzubringen. Nun ist sie wieder auf freiem Fuß - und die Polizei fürchtet um die Sicherheit älterer Herren.

Melissa Ann Shepard vor einem Gerichtstermin Zur Großansicht
AP

Melissa Ann Shepard vor einem Gerichtstermin

Ihre Taten brachten Melissa Ann Shepard den Spitzname die "Schwarze Witwe des Internets" ein. Wie die BBC berichtet, hatte sie versucht, ihren Ehemann zu vergiften und wurde deshalb verurteilt - allerdings nicht zum ersten Mal. Die rüstige Seniorin hat bereits mehrfach Zeit hinter Gittern verbracht, unter anderem wegen Betrugs, Totschlags und nun weil sie beinahe ihren Ehemann umgebracht hätte.

Nur zwei Tage nach der Trauung mit Fred Weeks soll Shepard ihrem frischgebackenen Gatten starke Betäubungsmittel in den Kaffee gemischt haben. Der Rentner sei anschließend nicht mehr in der Lage gewesen, den Rückwärts- und Vorwärtsgang seines Autos voneinander zu unterscheiden, heißt es bei der BBC. Es kam zu einem Unfall. Doch erst als Weeks einige Zeit später im Krankenhaus behandelt werden musste, weil er aus dem Bett gefallen war, konnten die Medikamente in seinem Blut nachgewiesen werden. Die Polizei wurde stutzig.

Jede Beziehung muss der Polizei gemeldet werden

Ursprünglich wurde Shepard wegen versuchten Mordes angeklagt. Schließlich verurteilte sie ein Gericht jedoch wegen der Verabreichung schädlicher Substanzen zu mehreren Jahren Haft. Nun hat die "gefährlichste Frau Kanadas" ihre Strafe abgesessen.

Laut "International Business Times" ist sie verpflichtet, jede Beziehung, die sie mit einem Mann eingeht, umgehend der Polizei zu melden. Auch im Internet surfen darf Shepard demnach nicht mehr - denn mindestens eines ihrer Opfer soll sie auf einer Online-Dating-Seite kennengelernt haben.

Alex Strategos, ein heute 84-jähriger Rentner aus Florida, war auf der Suche nach einer Bekanntschaft im Internet, als er Shepard kennenlernte. Schon bald zog die Kanadierin bei Strategos ein. "Anfangs hielt ich sie für sehr nett", sagte er der BBC. Doch das änderte sich schnell.

Mittlerweile ist auch er davon überzeugt, dass ihm Betäubungsmittel ins Essen gemischt wurden. Verurteilt wurde die Kanadierin während ihrer Beziehung zu Strategos jedoch wegen eines anderen Verbrechens. Sie soll dem Rentner 20.000 Dollar gestohlen haben. Ein Gericht in Florida schickte sie damals für mehrere Jahren ins Gefängnis.

Nun ist Shepard wieder einmal auf freiem Fuß. Doch trotz strenger Auflagen ist die kanadische Polizei besorgt. Die Behörden in Halifax haben einen Medienaufruf gestartet und warnen darin ältere Herren, die nach einer Partnerin suchen, vor dem Kontakt mit Shepard. Schließlich ist die Seniorin eine Wiederholungstäterin.

Bereits zwischen 1977 und 1991 saß Shepard wegen mehr als 30 Betrugsdelikten hinter Gittern. Kaum wieder auf freiem Fuß, verabreichte sie Ehemann Nummer zwei Betäubungsmittel und überfuhr ihn anschließend mehrfach mit dem Auto. Sie wurde wegen Totschlags zu sechs Jahren Haft verurteilt und 1994 auf Bewährung entlassen.

Einige Jahre später soll sie laut der BBC dann Ehemann Nummer drei im Internet kennengelernt haben. Ein Jahr später war Robert Friedrich tot, eine Schuld daran konnte Shepard nicht nachgewiesen werden.

asc

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: