Kanadische Kampagne: Bankkunden sollen Sonnenbrille und Kapuze abnehmen

Ohne Hut, ohne Kapuze, ohne Sonnenbrille: So sollen die Einwohner von Edmonton in Zukunft Banken, Juweliergeschäfte oder Apotheken betreten. Die Polizei wirbt jetzt mit Plakaten für die neuen Verhaltensregeln - und hofft auf weniger Überfälle.

Edmonton - Es ist ein kleines Poster, das Geschäfte in die Ladentür oder das Schaufenster hängen können. Darauf ist ein Mann mit Kapuze und Sonnenbrille zu sehen, daneben steht: "No hats, no hoods, no sunglasses. Please remove them at the door." Mit diesen Plakaten wirbt die Polizei in Edmonton jetzt für neue Verhaltensregeln. Die Einwohner der Hauptstadt der kanadischen Provinz Alberta sollen in Zukunft Banken, Juweliergeschäfte oder Apotheken ohne Hut, ohne Kapuze und ohne Sonnenbrille betreten, wie die "National Post" am Freitag meldete.

Die Empfehlung beruht auf deutlichen Zahlen: "Bei 95 Prozent der Überfälle, die wir bearbeiten, tragen die Täter eine Kapuze und eine Schirmmütze", sagte Polizeihauptmeister Howard Kunce der Zeitung. Wenn die Leute dagegen beim Betreten eines Ladens nichts auf dem Kopf hätten, könnten sie besser identifiziert und Räuber abgeschreckt werden.

Das Projekt basiert laut "National Post" auf ähnlichen Versuchen in den westlichen Provinzen Kanadas, den USA und Großbritannien. Gute Erfahrungen habe beispielsweise der US-Bundesstaat Missouri gemacht: Dort ging die Zahl der Überfälle seit dem Start des Projekts im Jahr 2002 um 47 Prozent zurück, meldete das Blatt.

Die Kampagne in Edmonton setzt auf Freiwilligkeit. Wenn Kunden den Regeln nicht nachkommen wollten, sollten Geschäftsinhaber und ihre Angestellten diese auch nicht dazu auffordern, so Polizist Kunce. Aber wer seine Kapuze oder Sonnenbrille aufbehalte, dürfe sich nicht wundern, wenn ihm ein besonders prüfender Blick geschenkt würde.

siu

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