Mordfall Kandel Verteidiger fordert Austausch des Dolmetschers

Der mutmaßliche Mörder der 15-jährigen Mia aus Kandel will sich im Prozess äußern. Zuvor verlangt er jedoch einen anderen Dolmetscher.

Landgericht Landau
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Landgericht Landau


Kurz nach dem Beginn der Verhandlung ist der Prozess im Mordfall Kandel unterbrochen worden. Der Verteidiger des angeklagten Abdul D. verlangte den Austausch des Dolmetschers. Dieser habe unzureichend übersetzt, sagte Anwalt Maximilian Endler vor dem Landgericht Landau. Seinem Antrag sei stattgegeben worden.

Der Prozessbeginn hatte sich bereits verzögert, weil der Dolmetscher nicht pünktlich erschienen war. Endler sagte, es solle in absehbarer Zeit ein neuer Dolmetscher kommen. Sein Mandant wolle sich zur Person und zur Sache äußern. Er bereue die Tat sehr.

D. wird vorgeworfen, die 15-jährige Mia am 27. Dezember vergangenen Jahres erstochen zu haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass er sie bestrafen wollte, weil sie sich von ihm getrennt hatte. Wenige Tage vor der Tat, am 15. Dezember, hatte Mia Anzeige gegen ihren Ex-Freund wegen Beleidigung, Nötigung, Bedrohung und Verletzung persönlicher Rechte erstattet. Zwei Tage später folgte eine Anzeige ihres Vaters.

Die Richter in Landau verhandeln unter Ausschluss der Öffentlichkeit nach Jugendstrafrecht, weil sich das genaue Alter des Beschuldigten nicht feststellen ließ. Er selbst hatte es mit 15 angegeben, daher war er auch als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling betreut worden. Ein Gutachten der Staatsanwaltschaft geht von einem Mindestalter von 17,5 Jahren und einem wahrscheinlichen Alter von etwa 20 Jahren aus. Im Strafrecht werden 18- bis 21-Jährige als Heranwachsende geführt.

bbr/dpa

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