Messerattacke in Kandel Tatverdächtiger ist vermutlich etwa 20 Jahre alt

In Kandel wurde Ende Dezember eine 15-Jährige erstochen. Laut Gutachten soll der mutmaßliche Täter älter sein als zunächst angegeben. Zur Tat schweigt er weiter.

Trauer in Kandel (Archiv)
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Trauer in Kandel (Archiv)


Im Fall einer getöteten Jugendlichen im rheinland-pfälzischen Kandel, hat die Staatsanwaltschaft Landau nun die Ergebnisse des Altersgutachtens des Tatverdächtigen veröffentlicht. Demzufolge ist er ungefähr 20 Jahre alt.

Laut dem Sachverständigen sei der mutmaßliche Täter mindestens 17,5 Jahre alt. Der afghanische Flüchtling gilt dem Gutachten zufolge nicht als Erwachsener im strafrechtlichen Sinn, da er vermutlich noch nicht 21 Jahre alt ist. Bei der Untersuchung seien auch Röntgenaufnahmen von Hand, Gebiss und Schlüsselbeinen angefertigt worden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft schweigt der Verdächtige weiter zur Tat und sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft. Ihm wird Mord zur Last gelegt. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. "Neben der Vernehmung von Zeugen dauert insbesondere die Auswertung der bei dem Beschuldigten sichergestellten Mobiltelefone an", erklärten die Ermittler.

Offiziellen Angaben zufolge war der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt erst 15 Jahre alt. Unter anderem der Vater des Opfers hatte dies bezweifelt. Laut Staatsanwaltschaft hatte der junge Afghane eigenen Angaben zufolge keine Papiere und sein Geburtsdatum mit dem 01.01.2002 angegeben. Das Gutachten sei notwendig gewesen, da somit keine gesicherten Angaben zum tatsächlichen Alter vorgelegen hätten, hieß es.

Der junge Mann war als Flüchtling nach Deutschland gekommen, sein Asylantrag wurde nach Angaben der Ermittler im Februar 2017 abgelehnt. Zugleich sei aber ein Abschiebungsverbot nach dem Aufenthaltsgesetz festgestellt worden.

Er war mehrere Monate mit der 15-Jährigen zusammen, bis diese Anfang Dezember die Beziehung beendete und ihn Mitte Dezember anzeigte - wegen Beleidigung, Nötigung, Bedrohung und Verletzung persönlicher Rechte.

bbr/dpa

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