Karlsruhe Angeklagte im Mafia-Prozess wollen nicht aussagen

Ermittler werfen ihnen Drogenhandel, Körperverletzung, Brandstiftung und in einem Fall sogar Mord vor: In Baden-Württemberg hat der Prozess gegen neun mutmaßliche Mafiosi begonnen. Die wollen zu den Vorwürfen schweigen. 

Angeklagter im Landgericht Karlsruhe
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Angeklagter im Landgericht Karlsruhe


In einem Mafia-Prozess vor dem Landgericht Konstanz wollen die neun Angeklagten vorerst nicht aussagen. Der Prozess findet aus Platzgründen in Karlsruhe statt.

"Wer nichts sieht, nichts hört und nicht redet, wird in Ruhe 100 Jahre alt", sagte der Anwalt eines Angeklagten. Sein Mandant sei ein unbescholtener Pizzabäcker. Die Angeklagten stehen wegen bandenmäßigen Drogenhandels sowie Körperverletzung, Waffenbesitz und Brandstiftung vor Gericht. Einem von vier Hauptbeschuldigten wird zudem versuchter Mord vorgeworfen.

Die Angeklagten lehnten überwiegend auch Angaben zur Person ab. Bei allen wird ein Bezug zu den italienischen Mafia-Organisationen Cosa Nostra und 'Ndrangheta vermutet. Alle Männer sind Italiener oder italienischstämmig, lebten überwiegend aber im Schwarzwald-Baar-Kreis und Stuttgart. Die Beschuldigten werden von insgesamt 17 Verteidigern vertreten.

Der Prozess hatte am Morgen unter hohen Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Etwa ein Dutzend Polizisten patrouillierten vor dem Landgerichtsgebäude, weitere Beamte waren im Inneren des Hauses unterwegs. Die Eingänge wurden streng überwacht und Taschen und Rucksäcke penibel kontrolliert.

Der für Gerichtsmitarbeiter sonst zugängliche Innenhof blieb abgesperrt. Polizisten wurden von Wachtmeistern der Sicherheitsgruppe für Gerichte und Staatsanwaltschaften unterstützt.

bbr/dpa



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