Karlsruhe Pfleger im Mordprozess um erstickte Seniorin freigesprochen

Freispruch aus Mangel an Beweisen: Nach dem Tod einer Frau in einem Altenheim muss ein Pfleger nicht ins Gefängnis. Die Seniorin war bei einem gelegten Feuer ums Leben gekommen.

Landgericht Karlsruhe (Archiv)
DPA

Landgericht Karlsruhe (Archiv)


Das Landgericht Karlsruhe hat im Mordprozess um die tödliche Brandstiftung in einem Altenheim in Oberderdingen bei Karlsruhe einen Hilfspfleger freigesprochen. Einiges spreche zwar dafür, dass der 24-Jährige den Tod der Frau zu verantworten habe, urteilte der Richter, "aber nicht mit einer jeglichen Zweifel an seiner Täterschaft auszuschließenden Gewissheit."

Das Feuer war Ende Mai durch eine in einem leeren Bett angezündete Matratze entstanden. Eine Seniorin war dadurch erstickt und anschließend verbrannt, eine weitere Heimbewohnerin wurde lebensgefährlich verletzt.

Der Angeklagte hatte während des Prozesses geschwiegen und auch gegenüber der Polizei keine Aussage gemacht. Richter Leonhard Schmidt merkte an, dass der Mann, der an dem Tag in dem Heim Dienst hatte, Gelegenheit zu der Tat gehabt habe - "und zwar auch die im Vergleich zu Alternativtätern beste Gelegenheit". Das Gericht habe aber zu berücksichtigen, dass theoretisch auch andere den verhängnisvollen Brand gelegt haben könnten.

Der Staatsanwalt hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes gefordert und beantragt, die besondere Schwere der Schuld festzustellen.

fek/dpa



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