Karnevalsumzug in Braunschweig Ermittlungen wegen Terrorverdachts eingestellt

Wegen einer Terrorwarnung mussten die Braunschweiger in diesem Jahr auf ihren Karnevalsumzug verzichten. Der Schoduvel wurde abgesagt. Jetzt haben die Behörden die Ermittlungen beendet.

Traurige Narren nach der Absage des Karnevalsumzugs in Braunschweig
DPA

Traurige Narren nach der Absage des Karnevalsumzugs in Braunschweig


Die Ermittlungen zu einem möglichen geplanten Anschlag auf den Braunschweiger Karnevalsumzug Schoduvel sind eingestellt worden. Dies bestätigten die Staatsanwaltschaft Hannover, das Landeskriminalamt Niedersachsen, der Verfassungsschutz und die Polizei Braunschweig in einer gemeinsamen Erklärung.

Man habe weder konkrete weitere Hinweise auf einen bevorstehenden Gewaltakt, noch einen bestimmten Täterkreis oder einen islamistischen Hintergrund feststellen können, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Hannover, Jörg Fröhlich.

Ein als verlässlich geltender Informant hatte am Abend des 14. Februar den Verfassungsschutz Niedersachsen über ein mitgehörtes Gespräch unterrichtet, das Anlass zu der Befürchtung gab, Unbekannte planten einen islamistisch motivierten Anschlag auf den Braunschweiger Schoduvel im Bereich des Altstadtmarktes. Aufgrund des Hinweises erkannte die Polizei eine Gefahrenlage und sagte den Faschingszug ab.

Die Ermittlungen zu der Bedrohung übernahm später die Zentralstelle zur Bekämpfung des politisch und religiös motivierten Terrorismus, in Abstimmung mit dem Landeskriminalamt. Es seien Funkzellendaten von Mobiltelefonen sowie Fahrzeuge überprüft worden. Man habe Personen befragt und sei 20 Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen - offenbar ohne Ergebnis.

"Die vorhandenen Ermittlungsansätze wurden allesamt überprüft und akribisch abgearbeitet. Auch wenn später keine weiterreichenden Erkenntnisse gewonnen werden konnten, war es angesichts der möglichen Bedrohungslage für Leib und Leben richtig, die Karnevalsveranstaltung abzusagen", sagte Uwe Kolmey, Präsident des LKA Niedersachsen.

ala

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insgesamt 2 Beiträge
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genugistgenug 20.05.2015
1. Testlauf?
War das am Ende nur ein Testlauf, wie man Massenveranstaltungen absagt und die Menschen unter Kontrolle hält? Wie zeigt man Präsenz? Welche Ausreden, usw. akzeptieren die Leute am besten? Frage: Wer hat vor der Absage gewusst, dass es in Braunschweig einen Karneval gibt?
Wildes Herz 20.05.2015
2.
"Man habe weder konkrete weitere Hinweise auf einen bevorstehenden Gewaltakt, noch einen bestimmten Täterkreis oder einen islamistischen Hintergrund feststellen können"... Ist ja 'n Ding! Unterm Strich war also: NICHTS. Nur Hysterie! Und was ist nun mit den abertausenden von hasserfüllten Kommentaren im Internet, in denen behauptet wurde, dass wegen der bösen Moslems (aka "Islamisierung des Abendlandes") jetzt schon Karneval abgesagt werden muss? Und in denen zu Racheakten an Muslimen aufgerufen wurde? http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2015/02/18/warum-knallt-die-nicht-endlich-jemand-ab-nach-der-absage-des-karnevalsumzuges-in-braunschweig-tobt-virtuelle-mob_18605 Wo bleibt nun die reumütige Bitte um Entschuldigung von diesem hasserfüllten Mob? Und wie kann es sein, dass einerseits das Thema "Karneval fällt wegen islamischem Terror aus!" tagelang die Hauptschlagzeilen beherrscht - das kleinlaute und beiläufig nachgeschobene Dementi aber nur in einer kleinen, wenig beachteten Randnotiz (hier unter "Panorama") folgt?
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