Bankiersgattin Mordfall Bögerl beschäftigt Bundesverfassungsgericht

Der mysteriöse Mord an der Bankiersgattin Maria Bögerl ist ungelöst. Nun befasst sich das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe mit dem Fall - weil der Freund der Tochter des Opfers sein Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt sieht.

Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe: Verfassungsbeschwerde wegen Erfassung von Internetkommunikation
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Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe: Verfassungsbeschwerde wegen Erfassung von Internetkommunikation


Karlsruhe - Der ungelöste Mordfall Maria Bögerl beschäftigt nun auch das Bundesverfassungsgericht. Der Freund der Bögerl-Tochter hat nach Angaben seines Anwalts Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingelegt. Demzufolge wehrt er sich gegen die monatelange Erfassung seiner Internetkommunikation.

Die Behörden hätten systematisch alle Klicks im Internet erfasst und ausgewertet, sagte der Stuttgarter Anwalt des Klägers, Andreas Baier. Das verstoße gegen das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung.

Zuvor hatte das Landgericht Ellwangen überwachte Telefonate des Klägers mit seinen Anwälten für rechtswidrig erklärt. Die Internetüberwachung hatte das Gericht Baier zufolge jedoch gebilligt. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte den Eingang der Beschwerde.

Baier bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des "Stern". Die Frau des damaligen Heidenheimer Sparkassenchefs Thomas Bögerl war im Jahr 2010 entführt worden. Ein Unbekannter forderte telefonisch 300.000 Euro Lösegeld, doch die Übergabe scheiterte. Maria Bögerl wurde drei Wochen später in einem Wald in Baden-Württemberg tot aufgefunden. Vom Täter fehlt bis heute jede Spur. Nach Angaben der Polizei wurde das Opfer mit zahlreichen Messerstichen getötet.

Zeitweise waren laut "Stern" auch der Sohn von Maria Bögerl sowie der Freund ihrer Tochter ins Visier der Ermittler geraten, ebenso wie ihr Ehemann. Thomas Bögerl nahm sich ein Jahr nach dem Tod seiner Frau das Leben. Die Kinder des Ehepaars kritisierten die ihrer Meinung nach chaotische und planlose Ermittlungsarbeit der Polizei scharf.

wit/dpa

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