Kassel Vater erschlägt Sohn und wirft sich vor Zug

In Kassel hat ein Familienvater mit einer Eisenstange auf seine zwei kleinen Söhne eingeschlagen. Danach warf sich der 42-Jährige vor einen Zug. Der dreijährige Junge starb im Krankenhaus.


Kassel - Sein fünfjähriger Bruder schwebt in Lebensgefahr, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mitteilten. Der Vater hatte sich nach der Attacke auf die Kinder vor einen Zug geworfen. Die Trennung von seiner Frau vor wenigen Tagen war vermutlich der Hintergrund für das Geschehen.

Für die Polizei gibt es keinen Zweifel, dass der 42-jährige Fotodesigner mit der Eisenstange auf seine Kinder losging. Seine Frau war ausgezogen, und er wohnte nach der Trennung mit den Kindern alleine in dem Haus im gutbürgerlichen Wahlershausen in Kassel- Wilhelmshöhe, seine Mutter half ihm bei der Betreuung der Kinder. Ob seine Frau die Jungen zu sich holen wollte und es deswegen Streit gab, war zunächst unklar. "Die Mutter steht unter Schock", sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch . Ein klärendes Gespräch müsse warten.

Die Oma hatte die schwer verletzten Jungen am späten Sonntagabend gefunden. Sie war nur für wenige Minuten aus dem Haus gegangen und hatte bei ihrer Rückkehr die schwer verletzten Kinder gefunden, ihr Sohn war verschwunden. Der Dreijährige starb wenig später im Krankenhaus, der Fünfjährige schwebte am Montagmittag noch in Lebensgefahr. Kurz nach Mitternacht fand die Polizei die Leiche des 42-Jährigen. Er hatte sich vor einen Zug geworfen.

Ratlosigkeit am Morgen danach: "Es hat sich für mich überhaupt nicht abgezeichnet, dass da so eine Tragödie hätte stattfinden können", sagt eine Nachbarin über den Gartenzaun und kann ihre Tränen kaum zurückhalten. "Der hatte ein sehr gutes Verhältnis zu seinen Kindern. Der war wirklich ein sehr guter Vater", sagt sie und zeigt auf die Gartenschaukel der Kinder. Daneben sind die traurigen Reste eines Schneemanns zu sehen. Auch ein Iglu haben die Kinder im großen, schneebedeckten Garten gebaut. Alles sieht idyllisch aus, wären da nicht die Blutstropfen vor der Haustür, direkt neben einem Schlitten.

Erst im Dezember war ein Familienvater aus dem nordhessischen Berndorf zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er seine drei Kinder mit Hammerschlägen fast getötet hatte. Das Gericht hatte die Tat als versuchten Mord gewertet. Vergangene Woche wurde eine Frau aus Fuldabrück zu neun Monaten Haft verurteilt, weil sie ihr Baby vorsätzlich mit Scherenstichen in Brust und Hals tötete.

jjc/apn/dpa



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