Kate del Castillo und Drogenboss Guzmán Gefährliche Nähe

"Die Regierung will mich zerstören": Kate del Castillo erhebt schwere Vorwürfe gegen mexikanische Ermittler. Die interessieren sich sehr für das Verhältnis der Schauspielerin zu Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán.

AFP

Wenn es eine Lehre aus Kate del Castillos jüngsten Problemen gibt, dann vermutlich diese: Man sollte gut überlegen, mit wem man sich abgibt. Besonders, wenn es sich um einen der meistgesuchten Verbrecher weltweit handelt, dem Mord, Drogenhandel, Geldwäsche und Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen werden - Joaquín "El Chapo" Guzmán.

Castillo, eine mexikanische Schauspielerin, hatte im vergangenen Oktober ein Treffen zwischen Schauspieler Sean Penn und dem damals noch flüchtigen Guzmán arrangiert. Als Penn einen Artikel darüber veröffentlichte, war der Drogenboss schon festgenommen worden.

Tatsächlich soll Guzmán deutlich mehr an Castillo als an dem Treffen mit dem Schauspieler interessiert gewesen sein. Es wurde ihm aber offenbar auch zum Verhängnis: Die Zusammenkunft soll Ermittler auf "El Chapos" Spur geführt haben.

Guzmán war offenbar regelrecht besessen von der Schauspielerin, denn selbst in seinem Versteck in Los Mochis hatte er die DVDs der TV-Serie "La Reina del Sur" ("Die Königin des Südens") dabei, in der die Aktrice 2011 die Titelheldin Teresa Mendoza spielte: eine junge Frau aus Sinaloa, die nach dem Tod ihres Freundes zur großen Führerin eines Drogenkartells aufsteigt. Auch der SMS-Verkehr zwischen Schauspielerin und Drogenboss ist vielsagend.

Die Verbindung zu Guzmán bringt Castillo nun in ernste Schwierigkeiten. Laut der Generalstaatsanwaltschaft in Mexiko gibt es Anzeichen dafür, dass die Schauspielerin Geld von Guzmán benutzt haben könnte, um ihr Tequila-Geschäft zu finanzieren.

Sollte das der Fall sein, könnte die Schauspielerin, die auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, in den Vereinigten Staaten Probleme gekommen. Weil "El Chapo" auf der schwarzen Liste des Finanzministeriums steht, ist es US-Amerikanern untersagt, mit ihm Geschäfte zu machen.

Die Schauspielerin geht nun gegen die Regierung in die Offensive. Sie werde der Presse auf Rat ihrer Anwälte keine weiteren Auskünfte geben, teilte sie dem Sender Univision mit, "weil die Regierung mich zerstören will". Von der Staatsanwaltschaft hieß es, selbstverständlich gelte die Unschuldsvermutung auch für Castillo.

Die Ermittler hatten ohnehin angekündigt, Castillo verhören zu wollen. Ihr Vater sagte, seine Tochter werde im mexikanischen Konsulat in Los Angeles aussagen. Dort werde sie Beweise präsentieren, "dass sie sauber ist". Die Befragung soll diese Woche stattfinden, ein genauer Termin steht aber noch nicht fest.

Video zu "El Chapos" Festnahme: Die Stürmung des Verstecks

AP/MEXICOS PRESIDENTIAL PRESS OFFICE

ulz/Reuters

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Seite 1
ein_deutscher 25.01.2016
1. Teresa Mendoza
Wer sich die Telenovela reingezogen hat, wird achnell zum Fan der Charktere. Ehrlich gesagt ich hätte sie ebenfalls gern zur Freundin.
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