Kontakte zu "El Chapo" Mexiko ordnet Festnahme von Kate del Castillo an

Die mexikanischen Behörden interessiert das Verhältnis zwischen dem Drogenboss "El Chapo" und der Schauspielerin Kate del Castillo. Weil sie eine Vorladung ignorierte, greift die Justiz zu anderen Mitteln.

AP

Die mexikanische Schauspielerin Kate del Castillo soll wegen ihrer Verbindungen zu dem inhaftierten Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán vor Gericht gebracht werden. Die Staatsanwaltschaft in Mexiko-Stadt ordnete die Festnahme del Castillos zum Verhör an. Die in den USA wohnhafte Telenovela-Darstellerin war zuvor tagelang einer Vorladung der mexikanischen Justizbehörden nicht gefolgt.

Erst am Vortag hatte del Castillo eine Beschwerde eingereicht, um sich dem Verhör und einem möglichen Prozess zu entziehen. Ein Beamter sagte, dass die 43-Jährige nun bei ihrer Einreise ins Land festgenommen werden könne. Der Richterbefehl gelte aber nur für Mexiko. Die Behörden hatten del Castillo zuvor angeboten, ihre Zeugenaussage auch in den USA zu machen.

Del Castillo soll zu ihren Kontakten mit dem Drogenhändler befragt werden. Sie steht zudem in Verdacht, illegale Geschäfte mit ihm gemacht zu haben. Die Mexikanerin und der US-Schauspieler Sean Penn hatten Guzmán im Oktober für ein Interview der Zeitschrift "Rolling Stone" getroffen, als der Chef des Sinaloa-Kartells nach seinem Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis auf der Flucht war.

"El Chapo" war Anfang Januar den Ermittlern ins Netz gegangen. 2001 war der mächtige Drogenboss bereits einmal aus einem mexikanischen Gefängnis getürmt. Nun soll er an die USA ausgeliefert werden.

Guzmán war offenbar regelrecht besessen von der Schauspielerin, denn selbst in seinem Versteck in Los Mochis hatte er die DVDs der TV-Serie "La Reina del Sur" ("Die Königin des Südens") dabei, in der die Aktrice 2011 die Titelheldin Teresa Mendoza spielte: eine junge Frau aus Sinaloa, die nach dem Tod ihres Freundes zur großen Führerin eines Drogenkartells aufsteigt.

Video zu "El Chapos" Festnahme: Die Stürmung des Verstecks

AP/MEXICOS PRESIDENTIAL PRESS OFFICE

brt/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.