Katholische Kirche Vatikan zerschlägt Mixas Comeback-Hoffnungen

Walter Mixa kämpft mit harten Bandagen: Der frühere Augsburger Bischof drängt zurück in den Kirchendienst. Er wirft Mitbrüdern vor, ihn unter Druck gesetzt zu haben, freiwillig sei er nicht gegangen. Der Vatikan hält eine Rückkehr des 69-Jährigen jedoch für äußerst unwahrscheinlich.

dpa

Hamburg - Walter Mixa, der zurückgetretene Bischof von Augsburg, will sein Amt zurück. Er sagte der "Welt", das Rücktrittsgesuch habe er nicht selbst verfasst und nur unter Druck unterschrieben. Drei Tage später habe er es in einem Schreiben an den Papst widerrufen. "Ich wusste in den Tagen weder ein noch aus", sagte Mixa. "Der Druck, unter dem ich die vorgefertigte Resignation unterschrieben habe, war wie ein Fegefeuer."

Mixa erwägt, die Vorgänge um seinen Rücktritt vom päpstlichen Gerichtshof untersuchen zu lassen. Der Vatikan stellte allerdings am Mittwoch diplomatisch formuliert aber doch unmissverständlich klar, dass es eine Rückkehr Mixas auf den Bischofsstuhl nicht geben wird.

"Papst Benedikt XVI. wird Walter Mixa in den kommenden Wochen empfangen", teilte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi in Rom mit. "Es ist aber nicht absehbar, dass die Annahme seines Rücktritts zur Diskussion gestellt wird." Auf Radio Vatikan bekräftigte Lombardi später, es sei "nicht anzunehmen, dass die Entscheidung des Papstes noch einmal geändert werde".

Mixa hatte dem Papst Ende April seinen Rücktritt angeboten, nachdem über Prügelstrafen und finanzielle Unregelmäßigkeiten zu seiner Zeit als Pfarrer in Schrobenhausen berichtet worden war. Benedikt hatte am 8. Mai Mixas Rücktrittsgesuch akzeptiert.

Weder Berufung noch Beschwerde möglich

Der Augsburger Diözesanrats-Vorsitzende Helmut Mangold verwies nun darauf, dass Mixas Widerruf dem Papst vorgelegen habe, aber bei dessen Annahme des Rücktrittsgesuchs offenbar keine wesentliche Rolle gespielt habe. Deshalb dürfe der Rücktritt jetzt nicht wieder in Zweifel gezogen werden, sagte Mangold. In dieser Frage gebe es kein Zurück mehr, weil ansonsten die Autorität päpstlicher Entscheidungen beschädigt würde.

Auch die Kirchenrechtlerin Sabine Demel von der Universität Regensburg sieht keine Chance für Mixa. Nach Kirchenrecht "gibt es gegen ein Urteil und ein Dekret des Papstes weder Berufung noch Beschwerde", sagte sie dem Bayerischen Rundfunk.

Mixa kritisierte in der "Welt" das Verhalten des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, des Freiburger Erzbischofs Robert Zollitsch, sowie des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx. "Es hätte brüderlicher sein müssen." Die beiden seien "zum Papst geeilt und haben ihm als Trumpf den sogenannten Missbrauchsfall vorgetragen, der de facto auf nicht mehr beruhte als auf acht handschriftlichen Sätzen einer höchst dubiosen hingekritzelten Notiz".

"Es ist alles rechtmäßig gelaufen"

Die Reaktion aus München kam am Mittwoch ebenso prompt wie deutlich. Bernhard Kellner, Pressesprecher der bayerischen Bischofskonferenz, betonte auf Anfrage: "Es ist alles rechtmäßig gelaufen." Darüber hinaus gebe es nichts zu sagen. Nicht zuletzt zum Schutz Mixas sehe man davon ab, Einzelheiten öffentlich auszubreiten. "Wir wünschen ihm gute Genesung. Sein Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik war ein erster Schritt", sagte Kellner.

Die Diözese Augsburg wandte sich "ausdrücklich" gegen die Darstellung, den Missbrauchsvorwurf an die Öffentlichkeit gegeben zu haben. Weihbischof Josef Grünwald stellte zugleich klar, dass der Anfangsverdacht des Missbrauchs zum Zeitpunkt der Unterzeichnung von Mixas Rücktrittserklärung noch gar nicht bekannt gewesen sei.

wit/ddp/dpa/apn



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insgesamt 43 Beiträge
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Seite 1
frodo68 16.06.2010
1. ...
Zitat von sysopWalter Mixa kämpft mit harten Bandagen: Der frühere Augsburger Bischof drängt zurück in den Kirchendienst. Er wirft Mitbrüdern vor, ihn unter Druck gesetzt zu haben, freiwillig sei er nicht gegangen. Der Vatikan hält eine Rückkehr des 69-Jährigen jedoch für äußerst unwahrscheinlich. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,701126,00.html
Gott sei Dank!!
stanis laus 16.06.2010
2. Es geht nicht um Neueinsetzung ins Amt
Dem Mixa geht es m.E. nicht um die Rückkehr ins Amt. Dem geht es um eine Untersuchung, wer die Heckenschützen in der katholischen Kirche waren, die ihn erledigten. Es ist zu befürchten, dass es der ganz hohe Klerus war, die die Presse-Kampagne gegen Mixa nutzen, um diesen konservativen Bischof loszuwerden. Die schlimmsten Verleumdungen kamen (und kommen) ja aus dieser Ecke: Homosexualität, Kinderschänder, Alkoholiker, Psychopath. Alles Anschuldigungen, gegen die kein Mensch sich wehren kann, die aber gesellschaftlichen Tod bedeuten. Also Rufmord. Es scheint ein interner Kirchenkampf in Deutschland zu toben. Auf der einen Seite die Papst-Fronde, auf der anderen Seite die Ökumenen. Hätte ich diesen frommen und sanften Männern gar nicht zugetraut, dass die mit solchen Gossenmethoden kämpfen können. Und zwar nicht dagegen als gute Christen, sondern mit solchen Methoden. Man muss sich nur mal anhören, was heute der Pressesprecher des Bischofs von München, Marx im Auftrage des Bischofs über dessen ehemaligen Amtsbruder gesagt hat.
elpaso, 16.06.2010
3. Man fasst es nicht
dieser Kerl schreckt auch vor nichts zurück. Ich weiss ja, dass allein christlicher Glaube schon erheblichen Realitätsverlust voraussetzt (Heilige, Wunder, jungfräuliche Geburt etc, etc), aber das es diese Form annehmen kann?! Man möchte hoffen, dass der Aufenthalt in der psychatrischen Klinik erheblich verlängert wird. Am besten bis zum wirklichen Fegefeuer, das es zwar nicht gibt, aber wenn er ganz fest glaubt, wird es bestimmt genügend schrecklich. Dawkins hat Recht. Milder Wahn..und hier ist er noch gesteigert.
frozenplasma 16.06.2010
4. ...
Zitat von stanis lausDem Mixa geht es m.E. nicht um die Rückkehr ins Amt. Dem geht es um eine Untersuchung, wer die Heckenschützen in der katholischen Kirche waren, die ihn erledigten. Es ist zu befürchten, dass es der ganz hohe Klerus war, die die Presse-Kampagne gegen Mixa nutzen, um diesen konservativen Bischof loszuwerden. Die schlimmsten Verleumdungen kamen (und kommen) ja aus dieser Ecke: Homosexualität, Kinderschänder, Alkoholiker, Psychopath. Alles Anschuldigungen, gegen die kein Mensch sich wehren kann, die aber gesellschaftlichen Tod bedeuten. Also Rufmord. Es scheint ein interner Kirchenkampf in Deutschland zu toben. Auf der einen Seite die Papst-Fronde, auf der anderen Seite die Ökumenen. Hätte ich diesen frommen und sanften Männern gar nicht zugetraut, dass die mit solchen Gossenmethoden kämpfen können. Und zwar nicht dagegen als gute Christen, sondern mit solchen Methoden. Man muss sich nur mal anhören, was heute der Pressesprecher des Bischofs von München, Marx im Auftrage des Bischofs über dessen ehemaligen Amtsbruder gesagt hat.
sagen sie mal...so ganz sind sie auch noch nicht in dieser welt angekommen, oder? ..."fromme und sanfte männer"...und diese bedienen sich auch noch "gossenmethoden".... wissen sie was passiert ist? dem walter haben sie einen medial vor den latz geknallt weil er untragbar für seine verlogenen sippe war...ganz einfach... ein allzu menschlicher vorgang ... dieser frommen und sanften männer... mann mann...und jeden sonntag kirchgang und für den walter beten...alles wird gut! der vorhand darf nun fallen!
dramaticmoments 16.06.2010
5. Wirklich lustig
Zitat von sysopWalter Mixa kämpft mit harten Bandagen: Der frühere Augsburger Bischof drängt zurück in den Kirchendienst. Er wirft Mitbrüdern vor, ihn unter Druck gesetzt zu haben, freiwillig sei er nicht gegangen. Der Vatikan hält eine Rückkehr des 69-Jährigen jedoch für äußerst unwahrscheinlich. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,701126,00.html
Erst beeindruckt er durch Personalentscheidungen für Fürsten, die später den König stürzen; setzt sich dann dreist wieder in seinem Palais fest, in dem er kein Hausrecht mehr hat; lässt seinen Anwalt frech verlautbaren, er könne ja schließlich nicht zelten (sind denn alle Klöster ausgebucht – Hochsaison?), spielt dann mit dem "ganz guten Gedanken", die Autorität päpstlicher Endscheidungen zu beschädigen. Und was kommt als nächstes aus dem Bistum Hollywood?
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