Kenia Führender Elfenbein-Ermittler erstochen

Er kämpfte jahrzehntelang gegen den illegalen Handel mit Elfenbein von Elefanten und Rhinozeros-Hörnern. Jetzt ist Esmond Bradley-Martin tot in Nairobi aufgefunden worden.

Esmond Bradley-Martin
AP

Esmond Bradley-Martin


Esmond Bradley-Martin, einer der bedeutendsten Elfenbeinermittler der Welt, ist in Nairobi mutmaßlich getötet worden. Laut Kriminalpolizei fand ein Familienmitglied die Leiche des 75-Jährigen in seinem Haus in der kenianischen Hauptstadt.

Bradley-Martin hatte den Ermittlern zufolge eine Stichwunde im Hals. Laut BBC geht die Polizei davon aus, dass er bei einem missglückten Raubüberfall getötet wurde. Der frühere Uno-Sonderbeauftragte für Nashorn-Schutz habe aktuell daran gearbeitet, die Ergebnisse seiner letzten Forschungsreise nach Burma niederzuschreiben.

Bradley-Martin hatte sich seit Jahrzehnten gegen den illegalen Handel von Elfenbein und Rhinozeros-Horn engagiert. Der US-Amerikaner leitete Undercover-Ermittlungen auf den Märkten in China und Südostasien.

Seine Arbeit habe einen Beitrag dazu geleistet, dass China den Handel mit Rhinozeros-Horn im Jahr 1993 verboten hatte und Ende 2017 auch den Handel mit Elfenbein beendete, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. "Seine Arbeit enthüllte das Ausmaß des Problems, sodass es für die chinesische Regierung unmöglich wurde, es zu ignorieren", sagte Paula Kahumbu, Vorstand von der Umweltschutzorganisation WildlifeDirect.

Kahumbu schrieb bei Twitter: "Ruhe in Frieden Esmond, die Dickhäuter haben einen großartigen Vorkämpfer verloren."

bbr/AP/Reuters



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