Paris - Die aus einem kenianischen Urlaubsort entführte Französin ist tot. Das teilte der französische Außenminister Alain Juppé nach einer Kabinettssitzung mit. Juppé sprach von einem "Akt der Barbarei". Die Informanten, mit denen Frankreich an einer Freilassung gearbeitet habe, hätten die Todesnachricht überbracht, teilte das Außenministerium mit.
Die auf einen Rollstuhl und Medikamente angewiesene 66-Jährige verbrachte jährlich mehrere Monate mit ihrem kenianischen Lebenspartner auf dem Archipel Lamu. Sie war am 1. Oktober aus einem kenianischen Küstenort verschleppt worden - vermutlich von Piraten ins benachbarte Somalia.
Die Frau litt an Krebs und Herzinsuffizienz. Das Außenministerium geht davon aus, dass ihr lebenswichtige Medikamente, die den Entführern geschickt worden waren, nicht verabreicht wurden. Juppé sagte, die Medikamente hätten die Frau nie erreicht. Details zu den Umständen ihres Todes gab er nicht bekannt. Frankreich fordert die "sofortige und bedingungslose Rückgabe" des Leichnams.
Das französische Außenministerium hatte aufgrund des Vorfalls dringend von Reisen auf die Inselgruppe Lamu abgeraten. Der Vorfall wurde als schwerer Schlag gegen die kenianische Tourismusbranche gewertet.
Erst Anfang September war in der Nähe von Lamu ein Brite von Piraten erschossen worden. Seine Frau wurde entführt und ist noch immer verschwunden.
hut/dpa/Reuters
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