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Kenia: Piraten entern Frachtschiff mit Panzern an Bord

Vor der Küste Somalias haben Piraten einen angeblich mit 30 Panzern beladenen Frachter aus der Ukraine überfallen. Auch die 21-Mann-Besatzung soll in der Gewalt der Entführer sein.

Kiew - In Internationalen Gewässern vor der Küste Somalias schlugen die Piraten am Donnerstagnachmittag gegen 16 Uhr zu. Der Kapitän des unter der Flagge von Belize fahrenden Frachters "Faina" konnte noch über Funk mitteilen, dass sich drei Boote mit Bewaffneten an Bord dem Schiff näherten - dann brach die Verbindung ab.

Besonders brisant ist offenbar die Ladung des Frachters: An Bord sollen sich der Nachrichtenagentur Interfax zufolge 30 Panzer des Typs T-72 sowie zahlreiche Ersatzteile befinden. Die "Faina" soll mit den Rüstungsgütern unterwegs nach Kenia gewesen sein, hieß es unter Berufung auf die russische Reederei Sowfracht. Das Verteidigungsminsterium der Ukraine wollte diese Meldung bisher nicht bestätigen.

Wie das Außenministerium der Ukraine mitteilte, besteht die 21-köpfige Besatzung des Frachters aus drei Bürgern der Russischen Föderation, 17 Ukrainern, und einem Letten. Die Botschafter Großbritanniens, der Ukraine und Kenias seien damit beauftragt, die Situation zu untersuchen, hieß es.

Die somalischen Gewässer gelten als die gefährlichsten der Welt. In den vergangenen Monaten kam es dort zu zahlreichen Piratenangriffen. Erst in der vergangenen Woche hatten Piraten ein griechisches Frachtschiff mit Raketen beschossen und in ihre Gewalt gebracht. Vor zehn Tagen befreite eine französische Spezialeinheit ein französisches Segelboot aus den Händen somalischer Piraten. Im Sommer waren auch zwei deutsche Segler vor der Küste Somalias entführt und wochenlang festgehalten worden. Im Golf von Aden und im Roten Meer sollen Patrouillenboote der in Dschibuti stationierten multinationalen Anti-Terror-Task-Force für mehr Sicherheit sorgen.

ala/dpa

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