Kenia: Piraten sollen Touristin entführt haben

In einem Touristengebiet im Norden Kenias ist eine Französin gekidnappt worden. Möglicherweise stecken somalische Piraten hinter der Entführung.

Nairobi - Aus einem Touristengebiet im Norden Kenias ist eine Französin offenbar von somalischen Piraten entführt worden. Nach Angaben von Einwohnern der Ortschaft Lamu wurde die ältere Frau in der Nacht zum Samstag von der nahe gelegenen Insel Manda verschleppt. Gegen 3 Uhr waren demnach Schüsse zu hören. Ein westlicher Diplomat in der Hauptstadt Nairobi bestätigte den Überfall.

Die Französin besitze ein Haus auf der Insel und verbringe dort etwa sechs Monate pro Jahr, sagte Muhidin Athma, ein Anwohner. Sie sei sehr alt und nutze in der Regel einen Rollstuhl. Erst Anfang September war in der Nähe von Lamu ein Brite von Piraten erschossen worden. Dessen Frau wurde aus einer Touristenanlage entführt.

Sollte sich bestätigen, dass auch in diesem Fall Piraten aus dem weniger als hundert Kilometer entfernten Somalia für die Entführung verantwortlich waren, könnte dies der Tourismusbranche in der Region schweren Schaden zufügen.

Bis vor einigen Jahren hatten sich die Piraten auf die Entführung größerer Schiffe beschränkt. Zuletzt griffen sie jedoch immer wieder auch private Segler an und erpressten hohe Lösegelder. Angesichts der deutlich ausgebauten militärischen Sicherung der internationalen Handelsschifffahrt suchen die Piraten nun möglicherweise nach alternativen Zielen.

jdl/dapd

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1. ..........
janne2109 01.10.2011
shit happens, da bleibt einem ja die Luft in der ersten Zehntelsekundes des Lesens weg, PIRATEN
2. Irgendwie
demut 01.10.2011
dachte ich, die PIRATEN seien die neue Hoffnung der alternativen Politikszene und nicht Leute, die alte Frauen in Kenia entführen... Aber so kann man sich täuschen. Irgendwie scheint der Wahlkampf zu hohe Kosten produziert zu haben. Ich hoffe, das reicht für einen Verbotsantrag gegen diese Partei.
3. Schuld ist der Westen !
Simax 01.10.2011
Allerdings nur insofern immer gerne eine bestenfalls wachsweiche Reaktion gezeigt wird. Sesselpupser im tausende Kilometer entfernten Deutschland diskutieren doch schon seit Jahren ob man 1. sich überhaupt wehren darf 2. sich überhaupt wehren soll 3. welche Dienststelle denn zuständig sein könnte 4. wieviel Geld nötig ist um das Problem wie immer zu lösen - die Verbrecher füttern bis sie abhängig von deutscher Förderung sind. Mit dieser Haltung ist es kein Wunder wenn ein fast risikofreies Geschäftsmodell mit exorbitant hohen Renditeerwartungen immer neue Freunde findet. Und wie es sich erweist können auch neue Geschäftsfelder erschlossen werden. Hätte man die ersten Piraten verfolgt / versenkt oder an Land liquidiert sowie ihre Beute bzw. die davon gekauften Häuser und Autos vernichtet wäre dem Geschäftsmodell schnell jeder Reiz genommen.
4. Ursachenbekämpfung und nicht Populismus ist nötig
njamba 01.10.2011
Zitat von SimaxHätte man die ersten Piraten verfolgt / versenkt oder an Land liquidiert sowie ihre Beute bzw. die davon gekauften Häuser und Autos vernichtet wäre dem Geschäftsmodell schnell jeder Reiz genommen.
Diese Klugsch....... funktioniert nur kurzfristig und trägt nicht zur Ursachen Bekämpfung bei( Armut, Hunger, Krieg etc.. Die Menschen in Ostafrika waren überhaupt nicht glücklich, als die korrupten Politiker in Kenia vom Westen gegen Bares akzeptierten, die Piraten in Kenia vor Gericht zu bringen. Dem Westen z.B. Deutschland war es angeblich zu teuer die Piraten hier(Europa) zu verurteilen. Wenn jetzt die Tourismusbranche in Ostafrika zusammenbricht und daraus erneut aus wirtschaftlichen Gründen eine Hungersnot und damit Menschliches Elend entsteht, wer wäre dann für diese Katastrophe verantwortlich?. Der Otto-Normal-Verbraucher Kenianer oder die korrupten Politiker(in Kenia) mit ihren befreundeten Politikern im Westen??. Es ist schlimm genug, dass Menschen von Kriminellen entführt oder misshandelt werden egal welcher Nationalität. Aber sind wir mit unserer Handlung( Ausbeutung etc.) nicht etwa mitverantwortlich.
5.
Pitti Platsch 01.10.2011
Zitat von njambaDiese Klugsch....... funktioniert nur kurzfristig und trägt nicht zur Ursachen Bekämpfung bei( Armut, Hunger, Krieg etc.. Aber sind wir mit unserer Handlung( Ausbeutung etc.) nicht etwa mitverantwortlich.
Mhm, falls Sie mitverantortlich für Piraterie und Entführung sind... warum hören Sie dann nicht einfach auf, diese armen Leute auszubeuten, und bekämpfen so die Ursachen? Andere gegenden sind genauso arm, aber die Kriminalität ist deshalb nicht automatisch höher. Ich glaube daher eher, dass die Ursache eine andere ist: Fehlende staatliche Institutionen und somit mangelnde Sanktionen gegen Straftaten. Wenn man hierzulande Geiseln nehmen und Millionen an Lösegeldern erpressen könnte, ohne dafür strafrechtlich verfolgt zu werden, würde das Geschäft auch im reichen Deutschland blühen. Würde morgen bekannt, dass die Polizei ab sofort Bankräuber nicht mehr verfolgt, und die Justiz sie nicht verurteilt, und die meisten Bürger Bankraub sogar als moralisch legitim betrachten, würde schnell die Mehrheit der Bürger mit Pistole oder Baseballschläger zum Geldabheben gehen. Menschen verscuchen immer, das Aufwand/Risiko-Nutzen Verhältnis zu optimieren. Wenn sie glauben, mit geringem Aufwand und Risiko schnell steinreich werden zu können, dann nutzen sie die Gelegenheit.
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