Nairobi - Aus einem Touristengebiet im Norden Kenias ist eine Französin offenbar von somalischen Piraten entführt worden. Nach Angaben von Einwohnern der Ortschaft Lamu wurde die ältere Frau in der Nacht zum Samstag von der nahe gelegenen Insel Manda verschleppt. Gegen 3 Uhr waren demnach Schüsse zu hören. Ein westlicher Diplomat in der Hauptstadt Nairobi bestätigte den Überfall.
Die Französin besitze ein Haus auf der Insel und verbringe dort etwa sechs Monate pro Jahr, sagte Muhidin Athma, ein Anwohner. Sie sei sehr alt und nutze in der Regel einen Rollstuhl. Erst Anfang September war in der Nähe von Lamu ein Brite von Piraten erschossen worden. Dessen Frau wurde aus einer Touristenanlage entführt.
Sollte sich bestätigen, dass auch in diesem Fall Piraten aus dem weniger als hundert Kilometer entfernten Somalia für die Entführung verantwortlich waren, könnte dies der Tourismusbranche in der Region schweren Schaden zufügen.
Bis vor einigen Jahren hatten sich die Piraten auf die Entführung größerer Schiffe beschränkt. Zuletzt griffen sie jedoch immer wieder auch private Segler an und erpressten hohe Lösegelder. Angesichts der deutlich ausgebauten militärischen Sicherung der internationalen Handelsschifffahrt suchen die Piraten nun möglicherweise nach alternativen Zielen.
jdl/dapd
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