Tote Journalistin Kim Wall Taucher finden Säge in Bucht

Dänische Kriminaltechniker untersuchen eine im Meer gefundene Säge. Das Werkzeug steht möglicherweise im Zusammenhang mit dem Tod der schwedischen Journalistin Kim Wall.

Kobenhavns Politi

Neuer Fund im Fall Kim Wall: Taucher haben in der Køge-Bucht, in der auch Leichenteile der schwedischen Journalistin geborgen worden waren, eine Säge entdeckt. Das Werkzeug sei nahe der Route gefunden worden, die der mordverdächtige Erfinder Peter Madsen nach bisherigen Erkenntnissen mit seinem U-Boot fuhr, teilte die Polizei mit.

"Die Säge wird nun von unseren Kriminaltechnikern untersucht, um zu beurteilen, ob es sich um die Säge handelt, nach der die Polizei in dem U-Boot-Fall gesucht hat", sagte der stellvertretende Polizeiinspekteur Jens Møller Jensen.

Madsen steht im Verdacht, Wall am 10. oder 11. August an Bord seines selbstgebauten U-Bootes umgebracht zu haben. Er selbst bestreitet dies - und behauptet, ihr sei ein rund 70 Kilo schweres Luk auf den Kopf gefallen. An dem später gefundenen Schädel der Frau entdeckte die Polizei jedoch keine Spuren eines Schlages.

Walls Todesursache steht noch nicht fest. (Lesen Sie hier mehr über Kim Wall: "Absolut furchtlos".)

Fotostrecke

14  Bilder
Die Journalistin und der Erfinder: Der Fall Kim Wall

Walls Torso wurde zehn Tage nach Madsens Festnahme südöstlich von Kopenhagen angeschwemmt. Im Körper der schwedischen Journalistin entdeckten die Ermittler eigenen Angaben zufolge mindestens 15 Messerstiche. Die Staatsanwaltschaft hatte zudem Hinrichtungsvideos auf Madsens Rechner gefunden. Der U-Boot-Bauer sitzt wegen des Vorwurfs der vorsätzlichen Tötung in Untersuchungshaft.

Kopf und Beine der Leiche waren abgesägt worden. Madsen bestreitet, Wall zersägt zu haben. Die Beine der Journalistin sowie eine Tüte mit einem Messer und Kleidung der 30-Jährigen waren bei einer Suchaktion in der Køge-Bucht gefunden worden. Schwere Metallstücke hatten die Körperteile und die Tüte unter Wasser halten sollen.

Die Suche nach Kim Walls Armen geht weiter. Die Polizei in Kopenhagen gibt keine näheren Auskünfte darüber, wo und wann getaucht wird.

Wall wollte eine Reportage über den Erfinder und Raketenbauer Madsen schreiben. Als das U-Boot am 11. August in der Køge-Bucht unterging, war der 46-Jährige allein an Bord. Kurz nach seiner Rettung wurde er festgenommen. Der Verdächtige hatte zunächst behauptet, er habe Wall auf der Insel Refshaleøen im Kopenhagener Hafengebiet abgesetzt, später sprach er von einem Unfall an Bord. Die Polizei geht davon aus, dass Madsen das U-Boot absichtlich versenkt hat.

ulz/dpa

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.