Tod der Journalistin Kim Wall Anklage fordert lebenslange Haft für Peter Madsen

"Geplant und vorbereitet": Die dänische Staatsanwaltschaft hat Peter Madsen wegen Mordes angeklagt. Der Tüftler habe die schwedische Journalistin Kim Wall an Bord seines U-Bootes getötet. Er soll lebenslang in Haft.

Peter Madsen
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Die dänische Staatsanwaltschaft hat Mordanklage gegen Erfinder Peter Madsen erhoben. Die Staatsanwaltschaft fordere eine lebenslange Freiheitsstrafe, teilte die Kopenhagener Polizei mit. Alternativ werde eine Sicherungsverwahrung beantragt, die durch eine Untersuchung von Madsens Geisteszustand gedeckt sei.

Wie genau die schwedische Journalistin Kim Wall auf ihrer Fahrt an Bord des U-Boots "Nautilus" zu Tode kam, ist den Angaben zufolge aber weiter unklar. Sie könne aber erdrosselt worden sein oder ihr könne die Kehle aufgeschnitten worden sein, hieß es.

Klar sei, dass Madsen die 30-Jährige im Sommer "nach vorausgehender Planung und Vorbereitung" getötet habe. Madsen wird in der Anklage zusätzlich vorgeworfen, Wall an Bord seines selbstgebauten U-Boots getötet und sexuell missbraucht zu haben.

"Es ist ein sehr ungewöhnlicher und extrem brutaler Fall, der für Kim Wall und ihre Angehörigen tragische Folgen hatte", sagte Jakob Buch-Jepsen von der Anklagebehörde. "Das Interesse an dem Fall ist sehr groß, doch die weiteren Beweise müssen vor Gericht und nicht der Presse vorgelegt werden." Zuletzt hatte der dänische Verlag Saxo hat mit der frühen Veröffentlichung von Büchern über den Tod der 30-jährigen Journalistin für Empörung gesorgt.

Die Journalistin hatte über Madsen schreiben wollen und die "Nautilus" im August betreten. Kurze Zeit später wurden ihr Kopf, ihre Beine und Arme mit einer Säge abgetrennt. Ihr Torso wurde zehn Tage nach Madsens Festnahme südöstlich von Kopenhagen angeschwemmt mit mehreren Messerstichen im Unterleib. Nach und nach zogen dänische Ermittler daraufhin weitere Teile der zerstückelten Leiche aus der Køge-Bucht südlich von Kopenhagen.

Der 47-jährige Madsen spricht selbst von einem Unglück - präsentierte aber bislang widersprüchliche Versionen darüber, was an Bord des U-Boots geschah. Er hatte unter anderem behauptet, Wall sei ein Luk auf den Kopf gefallen - die Polizei fand dafür am Schädel jedoch keine Spuren. Zuletzt soll er von einem Unterdruck und Abgasen in der Luft an Bord des U-Boots gesprochen haben.

Madsens Anwältin Betina Hald Engmark kommentierte die Anklageschrift der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge bislang nicht, sie wolle die Schrift später mit ihrem Mandanten durchgehen.

Der Prozess gegen den Tüftler, der auch gegen mehrere Seefahrtsregeln verstoßen haben soll, beginnt am 8. März. Das beschlagnahmte U-Boot soll laut Anklage abgewrackt werden.

apr/dpa

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