Kita-Kindern Mund zugeklebt Staatsanwalt stellt Ermittlungen ein

Dürfen Erzieherinnen kleinen Kindern den Mund zukleben, um sie zum Schweigen zu bringen? Sie dürfen, findet die Staatsanwaltschaft Mosbach: Entsprechende Ermittlungen gegen zwei Frauen stellte die Behörde weitgehend ein. Es habe in den meisten Fällen keine körperliche Beeinträchtigung gegeben, hieß es.


Wertheim/Mosbach - Mit Klebestreifen klebten die Leiterin eines Kindergartens und eine Erzieherin mehreren Kindern in Wertheim (Baden-Württemberg) die Münder zu. Sie hätten die Kleinen damit disziplinieren wollen, teilte die Staatsanwaltschaft Mosbach mit. Da es in den meisten Fällen keine körperliche Beeinträchtigung gegeben habe, stellte die Behörde ihre Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt weitgehend ein.

Das Klarsicht-Klebeband habe sich schmerzfrei wieder lösen lassen oder gar von selbst gelöst. Die beiden Frauen hatten bei verschiedenen Gelegenheiten die Münder von insgesamt vier Kindern zugeklebt - etwa, weil ein Kind geschrien oder gespuckt habe, wie Oberstaatsanwalt Franz-Josef Heering sagte. Die Kinder seien zwischen drei und sechs Jahren alt gewesen.

Einer der Fälle wird aber noch ein Nachspiel für die Leiterin des Kindergartens haben. Das betroffene Kind hatte dabei berichtet, seine Atmung sei durch die Klebestreifen minimal beeinträchtigt gewesen. In diesem Fall soll das Verfahren erst dann eingestellt werden, wenn die Frau dem Kind ein Schmerzensgeld zahlt. Dieser Lösung muss das Amtsgericht Wertheim aber noch zustimmen.

rls/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.