Darknet-Plattform für Kinderpornografie Ermittler nehmen 14 Verdächtige fest

Auf der Darknet-Plattform "Elysium" tauschten fast 90.000 Mitglieder Kinderpornografie aus und koordinierten den Missbrauch von Minderjährigen. Nun ist das Portal abgeschaltet - 14 Verdächtige wurden festgenommen.


Ermittler haben beim europaweit größten Schlag gegen Kinderpornografie im Internet insgesamt 14 Verdächtige festgenommen. Zwölf von ihnen wird sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundeskriminalamt (BKA) mit. Unter den Festgenommenen sind auch zwei Österreicher.

Die inzwischen abgeschaltete kinderpornografische Darknet-Plattform "Elysium" war international ausgerichtet und diente dem weltweiten Austausch von Kinderpornografie sowie für Verabredungen zum sexuellen Missbrauch von Kindern. Sie verfügte über Chatbereiche in fünf Sprachen und zählte zuletzt mehr als 87.000 Mitglieder.

Dem BKA zufolge war die als Forum aufgebaute Plattform seit Ende 2016 erreichbar. Unter den ausgetauschten Bildern und Videos waren Aufnahmen schwersten sexuellen Missbrauchs von Kindern, darunter auch Kleinkinder und Babys. Dazu gehörten auch Darstellungen sexueller Gewalthandlungen gegen Kinder.

Mutmaßlicher Betreiber Mitte Juni festgenommen

Als mutmaßlicher Betreiber des Forums wurde nach aufwendigen Ermittlungen ein 39 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Limburg-Weilburg identifiziert. Er soll als Administrator der Plattform für die Bereitstellung der technischen Infrastruktur verantwortlich gewesen sein.

Nach einer Durchsuchung seiner Wohnung und der Beschlagnahme des Servers der Plattform war er bereits am 12. Juni festgenommen worden. Seither sitzt der Beschuldigte in Untersuchungshaft. Ihm wird "bandenmäßige Verbreitung von kinderpornografischen Schriften" vorgeworfen.

Das Darknet lässt sich nur mit spezieller Software, beispielsweise dem Tor-Browser, erreichen. Man kann es sich als eine Art virtuellen Hinterraum für Eingeweihte vorstellen, den Kriminelle nutzen, aber etwa auch Dissidenten, Aktivisten und Journalisten. Anfragen werden beim Absender verschlüsselt, dann hüpfen sie durch ein globales Verteilernetz von Tausenden Servern zum Ziel.

ulz/dpa



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