BMJV-Bericht Zahl der Kinderpornografie-Meldungen hat sich verdoppelt

2017 sind bei deutschen Behörden deutlich mehr Hinweise auf kinderpornografische Inhalte im Internet eingegangen als im Jahr zuvor.

Screenshot eines Chat-Protokolls auf einer Kinderpornografie-Plattform
DPA

Screenshot eines Chat-Protokolls auf einer Kinderpornografie-Plattform


Beim Bundeskriminalamt und den Beschwerdestellen sind 2017 insgesamt 5977 Kinderpornografie-Meldungen eingegangen - im Jahr zuvor waren es 2721. Dies geht aus dem jährlichen Bericht des Bundesjustizministeriums hervor, der heute veröffentlicht wird. Die meisten Hinweise stammten von Bürgern, die sich an Beschwerdestellen etwa der Internetwirtschaft wandten, hieß es.

In mehr als zwei Dutzend Fällen konnte das BKA nicht handeln, weil etwa Inhalte nicht mehr abrufbar waren, der Standort des Servers nicht ermittelt werden konnte oder es keine ausreichende Kooperation mit einem anderen Land gab.

Bei den allermeisten (84 Prozent) der verbleibenden 5938 Fälle ging es um Inhalte auf Servern im Ausland, der Rest lag in Deutschland. 60 Prozent der Inhalte im Inland war dem Bericht zufolge spätestens nach zwei Tagen gelöscht, 97 Prozent binnen einer Woche. Im Schnitt dauerte die Löschung etwa zwei Tage, 2016 waren es noch 2,93 Tage gewesen.

Im Ausland dauerte es länger, bis Kinderpornografie aus dem Netz verschwand, was der Bericht mit komplizierteren Verfahren und einer höheren Zahl beteiligter Stellen erklärt. Hier waren innerhalb einer Woche nur 60 Prozent der Inhalte gelöscht, innerhalb von vier Wochen 87 Prozent.

Damit hat sich die Löschquote im Ausland verschlechtert. 2016 waren noch 62 Prozent der Inhalte innerhalb einer Woche gelöscht, 92 Prozent nach vier Wochen. Rund ein Drittel der ausländischen Inhalte wurde an Stellen in den USA gemeldet.

ala/dpa



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