Kampf gegen Sexualstraftäter Kripochef fordert Ermittlung mit Kinderporno-Material

Im Kampf gegen Kinderpornographie stoßen Ermittler an ihre Grenzen. Der Chef der Freiburger Kriminalpolizei fordert nun die Nutzung von computergenerierten Bildern, um Zugang zu den Tätern zu bekommen.

Screenshot einer Login-Seite der Kinderpornografie-Plattform "Elysium"
DPA

Screenshot einer Login-Seite der Kinderpornografie-Plattform "Elysium"


Der Chef der Freiburger Kriminalpolizei möchte mit computergenerierten Kinderpornos Jagd auf Anbieter solcher Bilder im Darknet machen. "Wer sich in Chats bewegt, wer sich in diesen Foren bewegt und mitmachen will, der muss Material liefern", sagte Peter Egetemaier im Morgenmagazin von ARD und ZDF.

"Wer das nicht tut, wird sofort erkannt als Polizeibeamter. Das muss man dringend ändern." Fälle wie der sexuelle Missbrauch eines Jungen aus Staufen bei Freiburg könnten so womöglich viel schneller aufgeklärt werden.

In dem Fall soll am Dienstag das Urteil gegen die Hauptangeklagten - die Mutter und deren Lebensgefährten - gesprochen werden. Sie hatten den Jungen an Vergewaltiger verkauft. Noch am Montag sollte das Urteil gegen einen dieser Männer gesprochen werden.

Keuschheitsproben werden in Foren verlangt

Verdeckte Ermittler stoßen im Darknet - einem anonymen Teil des Internets - bisher an Grenzen. In vielen Foren werden sogenannte Keuschheitsproben verlangt. Damit würden Nutzer verpflichtet, selbst kinderpornografische Inhalte in diese Foren einzubringen, damit sie dort bleiben dürfen. Der Polizei sei das bisher nicht möglich, da es sich dabei um einen Straftatbestand handele.

Egetemaier sagte, dass die Polizei keine echten Kinderpornos anbieten wolle. Es gebe mittlerweile computergesteuerte Animationen, die als Material ausreichten, um Sexualstraftätern näher zu kommen. "Wir halten es für ein Unding, dass wir nicht in der Lage sind, unseren verdeckten Ermittlern im Darknet Material anzubieten", sagte Egetemaier. "Es gibt dort diesen Satz: Wer dazugehören will, muss liefern."

Während der Justizministerkonferenz im Juni hatten die Minister über eine Gesetzesinitiative diskutiert, die es den Ermittlern erlauben würde, computergenerierte Missbrauchsbilder hochzuladen. Entscheiden muss darüber aber das Bundesjustizministerium.

sen/dpa



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