Privatinsolvenz: Kindsmörder Gäfgen bekommt Schulden erlassen
Das Amtsgericht Marburg hat dem zu lebenslanger Haft verurteilten Kindsmörder Magnus Gäfgen seine Schulden erlassen. Laut Insolvenzrecht muss er die noch ausstehenden 71.000 Euro nicht zahlen.
Marburg - Der Schuldenerlass sei bereits am 8. Dezember erfolgt, sagte eine Sprecherin des Amtsgerichts Marburg und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung vom Montag.
Wegen Entführung und Ermordung des elfjährigen Jakob von Metzler war Gäfgen 2003 vom Landgericht Frankfurt zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht stellte eine besondere Schwere der Schuld fest. Demnach müsste der Verurteilte die Gerichtskosten tragen.
Im Jahr 2006 hatte Gäfgen Privatinsolvenz angemeldet und seine Schulden danach sechs Jahre lang im Rahmen seiner Möglichkeiten zurückgezahlt. Laut Insolvenzrecht steht ihm zu, dass ihm seine Restschuld erlassen wird. Diese soll dem Bericht zufolge 2011 noch 71.000 Euro betragen haben.
Gäfgen hatte zuletzt im Oktober für Aufsehen gesorgt, als das Oberlandesgericht Frankfurt ihm 3000 Euro Schmerzensgeld zusprach, die das Land Hessen zahlen musste, weil ein Polizeibeamter Gäfgen während der Ermittlungen Folter angedroht hatte.
ala/dapd
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