Kino-Attentat von Aurora: Staatsanwaltschaft strebt Todesstrafe für James Holmes an

Dem mutmaßlichen Kino-Attentäter von Aurora droht die Hinrichtung: Die Staatsanwaltschaft strebt für James Holmes eine Verurteilung zum Tode an. Holmes wird vorgeworfen, bei einer Filmpremiere im vergangenen Jahr zwölf Kinobesucher erschossen und Dutzende verletzt zu haben.

Denver - Die US-Staatsanwaltschaft will im Fall der Kino-Morde von Aurora die Todesstrafe für den mutmaßliche Täter James Holmes fordern - das haben die Ankläger bei einer Anhörung in Centennial im US-Bundesstaat Colorado mitgeteilt. "Für James Holmes bedeutet Gerechtigkeit den Tod", sagte Distrikts-Staatsanwalt George Brauchler. Der 25-jährige Angeklagte habe keinerlei Reaktionen gezeigt, berichtete die "Denver Post".

Die Verteidigung hatte zuletzt einen Deal angeboten: Holmes bekennt sich schuldig, die Staatsanwaltschaft verzichtet im Gegenzug auf die Forderung der Todesstrafe. Darauf wollte sich die Anklage jedoch nicht einlassen. Brauchler sagte, er habe sich auch mit Angehörigen der Opfer beraten.

Holmes wird vorgeworfen, im vergangenen Juli während einer "Batman"-Premiere in der Stadt Aurora zwölf Menschen erschossen und Dutzende verletzt zu haben. Er wurde unmittelbar nach der Tat auf einem Parkplatz am Kino festgenommen.

Neuer Richter benannt

Distriktsrichter William Sylvester gab den Fall überraschend aus Zeitgründen ab. Er sei für das gesamte Gericht verantwortlich und könne daher nicht gleichzeitig einen so komplizierten Prozess leiten, sagte er laut "Washington Post". Sylvester benannte Richter Carlos Samour als neuen Vorsitzenden. Die Hauptverhandlung sollte eigentlich im August beginnen, könnte sich aber verzögern. Laut dem TV-Sender NBC soll der Prozess erst im Februar 2014 starten.

Von entscheidender Bedeutung wird die Frage der Schuldfähigkeit sein. Es wird erwartet, dass die Verteidigung ihren Mandanten für unzurechnungsfähig erklären lassen will. In einem solchen Fall, so die Anwälte des Angeklagten, sei mehr Zeit zur Prozessvorbereitung nötig.

Holmes hatte Neurowissenschaften an der Universität von Colorado studiert. Seine Probleme blieben dort nicht unbemerkt, er war in psychologischer Behandlung. Wenige Wochen vor der Tat brach er das Studium ab.

Die Morde im Kino soll er laut Anklage akribisch vorbereitet haben: Rund 6300 Patronen und vier Schusswaffen hatte Holmes gekauft - alle legal. Zudem soll Holmes sich zwei Kanister Tränengas besorgt haben. In seiner Wohnung fand die Polizei ausgeklügelte Sprengfallen, die Spezialisten jedoch entschärfen konnten.

hut/Reuters/AP

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Aurora-Morde: Details einer Schreckensnacht

Fläche: 9.632.000 km²

Bevölkerung: 310,384 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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