Alkohol aus der Pipeline Schmuggler pumpen Wodka durch Grenzfluss

Unter einem Grenzfluss zwischen Kasachstan und Kirgisien haben Zollfahnder eine ungewöhnliche Pipeline entdeckt. Durch den Schlauch soll monatelang Alkohol über die Grenze gepumpt worden sein.

Wodka (Symbolbild): Tausende Liter unter Grenzfluss durchgepumpt
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Wodka (Symbolbild): Tausende Liter unter Grenzfluss durchgepumpt


Bischkek/Moskau - Offenbar technisch begabte Alkoholschmuggler haben im Grenzgebiet zwischen Kasachstan und Kirgisien Hochprozentiges durch eine regelrechte Pipeline von Kasachstan nach Kirgisien gepumpt. Monatelang blieb der Schlauch, den sie durch den Fluss Tschu gelegt hatten, unentdeckt.

Erst bei einer Routinekontrolle entdeckten die Zollbehörden die etwa einen halben Kilometer lange Leitung zwischen den beiden Ländern, sagte ein Sprecher der Polizei in der nordkirgisischen Stadt Tokmok am Samstag. Der rund 20 Zentimeter dicke Schlauch sei mit mehreren Ventilen und einer Schiene auf dem Grund des Grenzflusses montiert gewesen. "Wir vermuten, dass damit Tausende Liter Alkohol geschmuggelt wurden, besonders Wodka", sagte er der Agentur Akipress. Nach den Tätern werde gefahndet.

Der Grund für den Alkoholschmuggel im großen Stil dürften die gewaltigen Preisunterschiede zwischen den aneinandergrenzenden Ländern sein. Kasachstan ist ein großer Produzent von Getreide in der Region, weshalb Alkoholika dort zu niedrigen Preisen produziert werden können.

Zudem verfügt das Land über eine Ölindustrie, weshalb Ölprodukte dort günstig zu haben sind. Im Januar hatten Grenzbeamte ebenfalls im Fluss Tschu eine 400 Meter lange Öl-Pipeline gefunden, durch die illegal Dieseltreibstoff von Kasachstan nach Kirgisien gepumpt worden war.

Auch andere Produkte werden in großen Mengen nach oder durch Kirgisien geschmuggelt. Einem Bericht zufolge wurden 2011 Obst und Gemüse im Wert von 90 Millionen Dollar von Usbekistan aus nach Kirgisien geschmuggelt. Im gleichen Zeitraum seien Schmuggelwaren im Wert von 60 Millionen Dollar von den Zollbehörden konfisziert worden. Zudem dient Kirgisien einem Bericht zufolge als Durchgangsland für Schmuggelwaren, die von China aus nach Usbekistan geschafft werden.

Überdies ist Kirgisien weltweit das einzige Land, das zugleich russische Militärstützpunkte und eine US-Basis beherbergt. Der Pachtvertrag für den von den USA genutzten Luftwaffenstützpunkt Manas nahe der Hauptstadt Bischkek läuft im kommenden Jahr aus.

Washington nutzt den Flughafen als Drehkreuz für seine Soldaten in der Region. Die Militärbasis in dem zentralasiatischen Land liegt etwa 1500 Kilometer - das sind rund drei Flugstunden - von der strategisch wichtigen Stadt Kandahar in Afghanistan entfernt.

mak/dpa

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Seite 1
zensorsliebling 17.08.2013
1. Der Vodka floss in Strömen...
Oder wie würde BILD das Titeln?
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