Klatten-Erpressung Sgarbis Komplize schweigt

Helg Sgarbis mutmaßlicher Komplize bei der Erpressung der Milliardärin Susanne Klatten hüllt sich weiter in Schweigen. Der Italiener will sich auch nach der Verurteilung des Schweizers zu sechs Jahren Haft partout nicht äußern.


Rom/Pescara - Schweigen auf ganzer Linie: Ernano Barretta sagt nichts. Auch sein Anwalt sowie die zuständigen Ermittler geben sich zugeknöpft - "wegen des anstehenden Prozesses", wie es am Dienstag hieß. Der Sgarbi-Komplize muss sich am 24. März im mittelitalienischen Pescara wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung vor Gericht verantworten.

Barretta war im Juni 2008 unter dem Verdacht festgenommen worden, der Kopf einer Organisation von Betrügern zu sein, die mit dem Schweizer Sgarbi zusammengearbeitet haben soll. Ende Februar war der Italiener nach achtmonatiger U-Haft wieder freigekommen. Er schweigt bislang beharrlich.

Ihm wird auch vorgeworfen, unter anderem eine Romanze Sgarbis mit Klatten gefilmt zu haben. Mit den intimen Videos hatte Sgarbi versucht, weiteres Geld von der Quandt-Erbin zu erpressen.

Sgarbi war am Montag vom Landgericht München I in einem Blitz-Prozess zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Er wurde des gewerbsmäßigen Betrugs und der versuchten gewerbsmäßigen Erpressung schuldig gesprochen.

Laut Beweislage soll Guru Barretta seinen Jünger Sgarbi zum Abschöpfen der reichen Damen regelrecht getrieben haben. Barretta hatte die Namen, Telefonnummern und Summen in jedem Betrugsfall in seiner Sakkotasche, auf seinem Grund und Boden waren 1,8 Millionen Euro, die vermutlich aus der Beute stammen, versteckt.

jjc/dpa

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