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"Klinik des Schreckens": Mailänder Chefarzt verstümmelte Patienten

"Klinik des Schreckens": In der Clinico Santa Rita starben Patienten nach unnötigen Operationen Zur Großansicht
AP

"Klinik des Schreckens": In der Clinico Santa Rita starben Patienten nach unnötigen Operationen

Mediziner einer Mailänder Klinik verstümmelten und töteten Patienten - und verdienten gut daran. Nun wurde der Chefarzt zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte jungen Frauen die Brüste amputiert und Senioren gefährlichen Operationen unterzogen.

Mailand - Ein italienischer Chefarzt amputierte Brüste und entfernte Lungenflügel - aus reiner Profitgier. Am Donnerstag verurteilte das Mailänder Schwurgericht den Mediziner zu lebenslanger Haft. Ihm wurde vorgeworfen, bei unnötigen Operationen vier seiner Patienten getötet und 45 schwer verletzt zu haben, berichtet die Zeitung "Corriere della Sera".

Einer 18-Jährigen sollen die Ärzte die Brust amputiert haben, um höhere Summen von der Versicherung zu kassieren, meldet die österreichische Nachrichtenagentur APA. Die junge Frau hatte einen Knoten in der Brust. Die Ärzte hatten mehreren Frauen die Brüste entfernt, obwohl Gewebeuntersuchungen ausgereicht hätten. Oft hätten Einverständniserklärungen der Patienten gefehlt.

Die Italiener sprechen von der "Klinik des Schreckens", schreibt die italienische Tageszeitung "Il Fatto Quotidiano". Ein 89 Jahre alter Patient wog vor seiner Lungenoperation nur noch 52 Kilo - er starb auf dem Operationstisch, während die Ärzte versuchten, einen Lungenflügel zu entfernen. Ein anderer Patient war bei seiner Operation 82 Jahre alt und wog 40 Kilo. Die Ergebnisse seiner Voruntersuchung erhielten die Ärzte erst, als der Patient längst an den Folgen der Operation gestorben war.

Patienten als Einkommensquelle benutzt

Insgesamt 2,5 Millionen Euro sollen die Ärzte der Mailänder Klinik "Santa Rita" mit unnötigen und gefährlichen Operationen verdient haben. Im Zentrum der Ermittlungen stand der ehemalige Chef der Thoraxchirurgie. Er gab vor Gericht an, zum Wohle seiner Patienten gehandelt zu haben, auch wenn einige Operationen "nicht angebracht gewesen" seien. "Die Patienten wurden als Einkommensquelle benutzt", hieß es laut APA von der Staatsanwaltschaft.

Opfern und Hinterbliebenen sprach das Gericht laut "Il Fatto" vorläufig zwischen 10.000 und 100.000 Euro Schadensersatz zu. Zwei andere Ärzte müssen für 30 und 26 Jahre hinter Gitter. Ein Wettbewerb mit dem Chefarzt soll vor allem seinen Stellvertreter zu unnötigen Operationen motiviert haben. Auch Anästhesisten und Krankenschwestern der Klinik wurden mit mehreren Jahren Haft bestraft. Insgesamt wurden Urteile für 86 Fälle von Körperverletzung ausgesprochen.

Das Urteil "lebenslänglich" wird in Italien nach 26 Jahren überprüft. Dann kann die Haft in eine Bewährungsstrafe umgewandelt werden.

isa

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1. Können Sie diesen Bericht bitte jede Woche 1x wiederholen?
Europa! 10.04.2014
Zitat von sysopAPMediziner einer Mailänder Klinik verstümmelten und töteten Patienten - und verdienten gut daran. Nun wurde der Chefarzt zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte jungen Frauen die Brüste amputiert und Senioren gefährlichen Operationen unterzogen. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/klinik-santa-rita-mailaender-chefarzt-verstuemmelte-patienten-a-963720.html
Nur so zur Abschreckung für andere Ärzte.
2.
zynik 10.04.2014
Zitat von sysopAPMediziner einer Mailänder Klinik verstümmelten und töteten Patienten - und verdienten gut daran. Nun wurde der Chefarzt zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte jungen Frauen die Brüste amputiert und Senioren gefährlichen Operationen unterzogen. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/klinik-santa-rita-mailaender-chefarzt-verstuemmelte-patienten-a-963720.html
Möglicherweise sollte man ein System überdenken, dass derartige Anreize schafft? Nur mal so als naive Idee....
3. Problem auch in dt. Kreiskrankenhaus/Innere
plagiatejäger 10.04.2014
Bei einem Kreiskrankenhaus in der Pampa schaut man einfach weg, wenn Profit auf Kosten der Patienten gemacht wird, indem man bewußt schlechte, ausländische oder deutsche Ärzte nachts einsetzt, damit die schwerkranken Notfälle maximal schlecht behandelt werden. Nur, wenn eine Diagnose sich verschlechtert, kann die Klinik später mehr abrechnen. Es wäre nicht wirtschaftlich, besonders gute Notärzte nachts oder am Wochenende teuer zu bezahlen, weil dann auch noch die Patienten weniger Folgeschäden einer miserablen Erstversorgung hätten. Das ist seit Jahren Kalkül, aber einem der größten Arbeitgeber mit seit Jahren schlechtester Ausstattung und eklatanten Arbeitszeitverstößen der Nachtdienst-Assistenzärzte will man die Lizenz als Klinik einfach nicht entziehen. Ich wünsche niemandem dort Patient zu sein.
4. Beispielhaft
torstenschäfer 10.04.2014
Die italienische Justiz scheint da doch etwas härter mit solchen Ganoven in Weiß umzugehen, als man es hierzulande gewohnt ist.
5. unnötige Operationen in Deutschland
limubei 10.04.2014
am 28.3 gab es auf 3Sat ein Doku über unnötige Operationen in D aus reiner Profitgier der Kliniken nebst vetraglichem Druck auf die Operateure Fallzahlen zu erfüllen und die OPs auszulasten. Bei errichen der Fallzahlen bzw Übererfüllung gibt es Bonus!!! Zu Beginn der Sendung gab es Statistiken. Doppelt so viele OPs in bestimmten Bereichen als in Frankreich. Ein System-Spezialist aus den USA kommentierte - das sei bei dem derzeitigen Abrechnungssystem in D zu erwarten. Vor 2 Monaten gab es in der AZ München 4 Fälle von Ärzten, die sich zum BW-Druck in den Kliniken äusserten. Da kann man vom System des Grauens sprechen. SPIEGEL recherchieren Sie investigativ! Die Strafen finde ich angemessen. In D sollte das Strafmass auf dieses Niveau angehoben werden. Vermögen sollte restlos eingezogen werden, um die Opfer ein wenig zu entschädigen. Das aus Gier verursachte Leid sprengt jede Vorstellungskraft! Wie war das noch mit der Transplantationsmafia in deutschen Kliniken? Strafen? Lächerlich!
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