Paris - Es sei gefährlich, eine Regelung abzuschaffen, ohne dafür eine neue einzuführen, die den Häftlingen "eine Perspektive" biete, so die Gewerkschaft CGT. Auch die Richtergewerkschaft SM sprach von einer drohenden "Explosion der Gefängnisse". Kritisiert wurde auch, dass Sarkozy das Strafrecht verschärfen will und die Haftanstalten dadurch noch voller werden dürften, ohne dass mehr Platz und Personal bereitgestellt würden.
Sarkozy hatte am Wochenende angekündigt, dass er anders als seine Vorgänger keine Massenbegnadigung gewähren werde. Er halte es für nützlich, "Einzelpersonen aus humanitären oder außerordentlichen Gründen" zu begnadigen, wenn dies nachvollziehbar sei, sagte der Präsident. Eine allgemeine Begnadigung auszusprechen, "um die Gefängnisse in Ordnung zu bringen", lehne er aber ab. Im vergangenen Jahr waren durch die Begnadigung rund 3500 von insgesamt über 60.000 Gefangenen in Frankreich vorzeitig entlassen worden.
Der frühere Menschenrechtskommissar des Europarates, Alvaro Gil-Robles, hatte die Zustände in den französischen Gefängnissen im September 2005 aufs Schärfste kritisiert. Die französische Regierung will nun einen unabhängigen Generalinspektor berufen, der für alle Haftanstalten zuständig sein soll. Der Inspektor soll dafür sorgen, dass die Grundrechte von Gefangenen geachtet werden.
jjc/AFP
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Justiz | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH