Angebliche Beleidigung "Knöllchen-Horst" scheitert mit Klage gegen Dolly Buster

Ein Rentner aus dem Harz wollte Schmerzensgeld von Dolly Buster, weil er sich von ihr beleidigt fühlte. Doch das Gericht hat die Klage von "Knöllchen-Horst" abgewiesen - mit einer bemerkenswerten Begründung.

Dolly Buster (Oktober 2014): Erfolg vor Gericht
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Dolly Buster (Oktober 2014): Erfolg vor Gericht


Osterode - Der als "Knöllchen-Horst" bekanntgewordene Jäger von Falschparkern ist mit einer Beleidigungsklage gegen Dolly Buster gescheitert. Das Amtsgericht in Osterode am Harz wies die Klage auf Schmerzensgeld ab.

Ex-Erotikstar Dolly Buster soll in einer Fernsehsendung gesagt haben, "Knöllchen-Horst" geile sich wohl daran auf, wenn er Parksünder anzeige. Das Gericht befand, das Wort "geil" aus dem Munde einer Pornodarstellerin sei keine Herabwürdigung, sondern ein zu der von ihr verkörperten Rolle passender Sprachgebrauch. Außerdem habe der Begriff aus gesellschaftlicher Sicht einen Wandel erfahren und sei nicht mehr nur negativ belegt.

"Knöllchen-Horst" hatte mehrere Hundert Euro Schmerzensgeld von Dolly Buster verlangt. Das Gericht wies seine Klage unter anderem auch ab, weil er von dem Sender RTL schon 400 Euro wegen der Äußerung erstritten hatte. Für die von ihm empfundene Beleidigung habe er somit bereits eine Kompensation erhalten, befand das Gericht.

In den vergangenen Jahren zeigte "Knöllchen-Horst" in seiner Heimat nicht nur Tausende Falschparker an, sondern dokumentierte die Fälle auch in einem eigenen Register. Sein spektakulärster Fall: Der Rentner zeigte die Besatzung eines Rettungshubschraubers wegen Parkens auf einem Gehweg an.

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg nannte den Rentner vor anderthalb Jahren einen Verleumder: Wer das Hobby habe, Falschparker aufzuschreiben, gehe einer "denunziatorischen Tätigkeit" nach. Auch an anderer Stelle musste der selbsternannte Ordnungshüter einstecken: Nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung wehrte er sich mit allen Mitteln vor Gericht gegen die Zahlung von zehn Euro Bußgeld - jedoch ohne Erfolg.

"Knöllchen-Horst" (links, Archivbild): Hat nun gegen Dolly Buster verloren
dpa

"Knöllchen-Horst" (links, Archivbild): Hat nun gegen Dolly Buster verloren

wit/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 55 Beiträge
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Seite 1
tkedm 29.01.2015
1.
Wenigstens hat er von den damaligen 400 € durch RTL nun auch nichts mehr, da die Anwalts- und Gerichtskosten wohl höher sein dürften. Da kommt in mir doch Schadenfreude auf.
kuschl 29.01.2015
2. So einer läuft frei rum?
Gustl Molath musste Jahre in der Psychiatrie verbringen und so einer läuft frei rum?
blackpride 29.01.2015
3. Liebe diese Leute
"Nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung wehrte er sich mit allen Mitteln vor Gericht gegen die Zahlung von zehn Euro Bußgeld - jedoch ohne Erfolg." LOL Strafstation als Rechtsreferendar beim Strafrichter am Amtsgericht. Ordnungswidrigkeitentag. Fall: Ein aufgeschnöselter BWLer wehrt sich gegen ein 20 Euro Parkticket. Legt unschlüssige Fotos vor und fühlt sich ganz groß mit seinen ergoogelten Rechtskenntnissen. Mein ausbildender Richter hört sich alles an und fragt: "Wären Sie mit einer Einstellung des Verfahrens einverstanden?" Schnösel-BWLer: "Ja, ich denke, das ist angebracht."[verlässt den Gerichtssaal] Mein Richter: Der wird sich freuen, wenn er die Rechnung kriegt. Bei einer Verfahrenseinstellung zahlt der Betroffene die Kosten des Verfahrens.
janix_ 29.01.2015
4. Kein Mensch hat das Recht auf Falschparken
Wenn Kinderwagen und Fußgänger nicht durchkommen, nicht mehr gesehen werden, etc. ist das mehr als ärgerlich. Gleichwohl wäre es noch "geiler", wenn Herr X selbst dann auch umstandslos zahlte und vielleicht doch noch ein, zwei andere Hobbys hätte.
Max Super-Powers 29.01.2015
5.
Ohne dem Mann böses zu wollen, aber vielleicht sollte mal jemand überprüfen, ob der Herr im Oberstübchen ganz sauber ist. Wenn man das ein paar mal macht - für die Erziehung zu mehr gesetzestreue - geschenkt. Wenn man es aber mit einer derartigen Inbrunst betreibt (Laut seinem Wiki-Eintrag zehn bis fünfzehn Anzeigen pro Werktag) dann würde ich hier schon patologisches Verhalten unterstellen - das natürlich von einem Profi untersucht werden müsste.
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