Kölner Stadtarchiv Angeklagter erkrankt - Prozess wird ohne ihn fortgesetzt

Fünf Personen stehen wegen des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs vor Gericht - jetzt ist einer von ihnen krank und verhandlungsunfähig.

Trümmer des Kölner Stadtarchivs (2009)
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Trümmer des Kölner Stadtarchivs (2009)


Vor mehr als neun Jahren stürzte das Stadtarchiv in Köln ein, Anfang dieses Jahres begann der Prozess gegen fünf Mitarbeiter von Baufirmen und den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB). Doch ein Angeklagter muss nun nicht mehr vor Gericht erscheinen: Er ist krank und deshalb verhandlungsunfähig. Der Prozess werde mit nur noch vier Personen fortgesetzt, sagte ein Gerichtssprecher.

Die Angeklagten müssen sich wegen fahrlässiger Tötung und Baugefährdung verantworten. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hat ein Fehler bei den Bauarbeiten für eine neue U-Bahn das Unglück vor neun Jahren ausgelöst. Die Baufirmen bestreiten die Vorwürfe und gehen davon aus, dass auch ein hydraulischer Grundbruch - eine Art unvermeidliches Naturereignis, bei dem es durch einströmendes Grundwasser zur einer plötzlichen Bodenbewegung kommt - das Unglück verursacht haben könnte.

Bei dem Einsturz waren 2009 zwei Anwohner ums Leben gekommen, es entstand ein Sachschaden in Milliardenhöhe. Zahllose kostbare Dokumente müssen wegen der Wasserschäden aufwendig restauriert werden.

Ursprünglich sollten sich sieben Menschen vor Gericht verantworten. Doch ein Beschuldigter starb vor dem Prozessauftakt, ein weiterer wurde wegen eines schweren Herzleidens für verhandlungsunfähig erklärt. Alle waren damals am Bau der U-Bahn-Strecke beteiligt.

sen/dpa



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