Entflohener Vergewaltiger Staatsanwaltschaft ermittelt nach Brauhaus-Flucht gegen Beamte

Weil ein Vergewaltiger bei einem Ausflug seinen Bewachern entkam, ermittelt nun die Kölner Staatsanwaltschaft gegen zwei Justizvollzugsbeamte. Es besteht Verdacht auf Gefangenenbefreiung.


Die Staatsanwaltschaft Köln hat nach der Flucht eines Vergewaltigers bei einem bewachten Brauhausbesuch ein Ermittlungsverfahren eingeleitet - gegen die beiden Aufpasser des Mannes. Hintergrund sei der Vorwurf der Gefangenenbefreiung, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Es bestehe ein Anfangsverdacht. Bei Gefangenenbefreiung sind Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren möglich.

Der verurteilte Vergewaltiger war den beiden Justizvollzugsbeamten bei einem seiner bewachten Ausflüge entkommen. Erst nach dreitägiger Flucht wurde er am Samstag wieder gefasst. Über die genauen Umstände der Flucht kursieren unterschiedliche Versionen. Deswegen stellte die JVA Aachen, in der sich der verurteilte Vergewaltiger in Sicherungsverwahrung befand, Anzeige gegen die beiden Beamten.

Im Kern geht es darum, ob der Mann vor seinem Entkommen allein zur Brauhaus-Toilette gegangen war. Augenzeugen hatten das dem WDR, der "Bild"-Zeitung und dem "Express" berichtet. Die beiden Beamten hingegen erklärten nach Angaben der Aachener JVA, er sei auf die Toilette begleitet worden - und erst dort wegen einer Unachtsamkeit entwischt.

wit/dpa



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