Kölner Silvesternacht 2015/2016 Ermittlungen gegen Ex-Polizeipräsident eingestellt

Nach den Übergriffen der Kölner Silvesternacht 2015/2016 wurde gegen Polizisten und Mitarbeiter der Stadt wegen des Verdachts auf unterlassene Hilfeleistung ermittelt - dieses Verfahren wurde nun eingestellt.

Wolfgang Albers (Archiv)
DPA

Wolfgang Albers (Archiv)


Vor etwas mehr als zwei Jahren kam es in der Kölner Silvesternacht zu massiven Übergriffen auf Frauen. In der Folge ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen an der Einsatzplanung beteiligte Polizisten und Mitarbeiter der Stadt wegen des Verdachts auf unterlassene Hilfeleistung. Nun stellte sie dieses Verfahren ein.

Die Ereignisse seien "ein in dieser Größenordnung unbekanntes Phänomen" gewesen, teilte die zuständige Behörde im nordrhein-westfälischen Aachen mit. Es bestehe gegen keinen Verdächtigen der hinreichende Verdacht auf eine Straftat.

Dass sich die Planungen rückblickend als unzureichend erwiesen hätten, könne den beteiligten Beamten strafrechtlich nicht vorgeworfen werden, hieß es. "Die taktische Planung und der Personaleinsatz entsprachen den aus den Vorjahren gewonnenen Erkenntnissen." Ermittelt worden war unter anderem auch gegen den früheren Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers.

Nach der Silvesternacht waren bei der Staatsanwaltschaft Köln 1222 Strafanzeigen eingegangen. 513 davon bezogen sich auf Sexualdelikte, aber nur wenige Täter wurden verurteilt.

Die Polizei hatte zunächst berichtet, die Neujahrsnacht sei ruhig verlaufen. Später räumte sie eine Fehleinschätzung ein. Im Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses des nordrhein-westfälischen Landtags vom März 2017 hieß es dann, mangelhafte Führung, Kooperation und Kommunikation in und zwischen den Behörden hätte die massenhaften Übergriffe begünstigt.

Die Aachener Staatsanwaltschaft war für die Ermittlungen gegen Beamte der Landes- und Bundespolizei sowie Mitarbeiter der Stadt Köln zuständig. Bei Vorwürfen gegen Polizisten übernehmen üblicherweise Ermittler aus anderen Städten die Arbeit.

bbr/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.