Silvesternacht in Köln 1200 Anzeigen, 19 Urteile

Die juristische Aufarbeitung der Kölner Silvesternacht kommt nur langsam voran. Eine vorläufige Auswertung zeigt: Die bisher verhängten Strafen reichen von 480 Euro bis 20 Monate Haft.

Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofs in der Silvesternacht
DPA

Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofs in der Silvesternacht


Gut neun Monate sind nach den massenhaften sexuellen Übergriffen und Diebstählen in der Kölner Silvesternacht vergangen. Bisher hat das Kölner Amtsgericht in 19 Verfahren gegen 22 Angeklagte verhandelt - und dabei Strafen zwischen 480 Euro und 20 Monaten Haft ohne Bewährung verhängt. Dies geht aus einer Zwischenbilanz hervor, die das Amtsgericht präsentierte.

Doch eine Verurteilung wegen sexueller Nötigung sprach das Gericht lediglich in einem einzigen Verfahren aus, in einem weiteren Fall wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage - also wegen sogenannten Grapschens. In den meisten anderen Fällen kam es wegen Diebstahlsdelikten zur Anklage.

Insgesamt waren nach der Kölner Silvesternacht bei den Behörden rund 1200 Strafanzeigen eingegangen, darunter zahlreiche wegen Sexualdelikten. Überwiegend aus Nordafrika stammende Täter hatten am Hauptbahnhof und am benachbarten Dom Straftaten verübt. Die Polizei konnte die Opfer nicht schützen.

Von den bislang 19 Verfahren sind laut Kölner Amtsgericht erst elf rechtskräftig abgeschlossen - gegen acht Urteile wurden Rechtsmittel eingelegt. In vier weiteren Verfahren ergingen Strafbefehle, es gab keine Gerichtsverhandlung. Derzeit sind noch rund ein Dutzend weiterer Verfahren im Zusammenhang mit der Silvesternacht beim Amtsgericht anhängig.

In den bisher verhandelten Verfahren wurden die Angeklagten wie folgt verurteilt:

  • in vier Fällen zu Geldstrafen,
  • in sieben Fällen zu Bewährungsstrafen,
  • einmal zu einem Vier-Wochen-Dauerarrest,
  • sechsmal zu Haft ohne Bewährung
  • sowie in einem Fall zu einer Bewährungsstrafe mit zusätzlicher Geldstrafe.

Bei zwei heranwachsenden Angeklagten stellte das Gericht die Entscheidung über Verhängung und Vollstreckung der Strafe zurück. Ein Angeklagter wurde freigesprochen.

Bei den 22 Angeklagten handelte es sich überwiegend um Nordafrikaner. Der jüngste Angeklagte war 16 Jahre alt, der älteste nach eigenen Angaben 35.

cnn/AFP



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