Kölner Flüchtlingsheim Frauen werfen Sicherheitsdienst sexuelle Belästigung vor

Flüchtlinge einer Kölner Unterkunft haben massive Vorwürfe gegen neun Mitarbeiter des zuständigen Sicherheitsdiensts erhoben. Es soll mehrfach zu sexuellen Übergriffen gekommen sein.

Notunterkunft in Köln: "Wir sind dabei, die Vorwürfe zu prüfen"
DPA

Notunterkunft in Köln: "Wir sind dabei, die Vorwürfe zu prüfen"


Mehrere Bewohnerinnen eines Kölner Flüchtlingsheims haben Mitarbeitern eines Sicherheitsdiensts sexuelle Belästigung vorgeworfen. In einem offenen Brief heißt es, es sei mehrfach zu sexuellen Beleidigungen und Belästigungen gekommen, sagte ein Polizeisprecher SPIEGEL ONLINE. Insgesamt werden demnach in dem Schreiben neun Personen belastet.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die betroffene Security-Firma nimmt ihre Mitarbeiter in Schutz: "Ich bin entsetzt über die Vorwürfe", sagt Bernhard Deschamps, Projektmanager des Unternehmens, dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Ich bin mir sicher, dass sie völlig haltlos sind."

In einem weiteren Brief prangern die Bewohner der Unterkunft im Stadtteil Poll die hygienischen Zustände in der Notaufnahmeeinrichtung an. Laut Polizei versammelten sich am Mittwochnachmittag rund 50 Menschen zu einer Spontandemonstration nahe der Unterkunft. Dabei wurden demnach die offenen Briefe verteilt.

Eine Demonstrantin schilderte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" die Vorkommnisse: Bewohnerinnen würden beim Duschen und Stillen fotografiert und gefilmt. Angehörige des Sicherheitspersonals versuchten, Frauen zum Sex zu drängen. "Mich hat ein Mann gefragt, ob ich mit ihm kommen würde", sagte sie dem Blatt. "Als ich ihm sagte, dass ich liiert und nicht interessiert sei, hat er gesagt, dass ich dann bald hier rausflöge."

"Wir sind dabei, die Vorwürfe zu prüfen", sagte eine Sprecherin der Stadt Köln. Im Laufe des Tages soll es neue Erkenntnisse zu den Vorhaltungen geben.

gam

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