Geiselnahme in Köln Zugriff mit zwei Blendgranaten

Am Kölner Hauptbahnhof gab es eine Geiselnahme. Stundenlang hatte ein Mann eine Frau in seiner Gewalt, bis die Polizei sich zum "Notzugriff" entschloss. Der Bahnhof blieb auch am späten Nachmittag noch gesperrt.

Von und , Köln


Gegen 12.45 Uhr erreichte die Kölner Polizei der Notruf: Ein Mann sei in eine Apotheke am Hauptbahnhof gerannt, habe eine Frau in seiner Gewalt. Der Täter sei bewaffnet.

So begann die Kölner Geiselnahme. Sie sollte die Polizei stundenlang beschäftigten - und dramatisch enden. Der Täter verletzte die Geisel leicht und zuvor eine 14-Jährige schwer. Der Mann selbst wurde ebenfalls schwer verletzt und wurde inzwischen auf eine Intensivstation gebracht.

Nach dem Notruf sperrte die Bundespolizei den Hauptbahnhof und dessen Umgebung. Spezialeinsatzkräfte sammelten sich an der Rückseite des Bahnhofs und bereiteten sich auf den Zugriff vor.

Um 14.54 Uhr erfolgte der Zugriff: Polizisten zündeten zwei Blendgranaten und überwältigten den Täter in der Apotheke. Warum sich die Polizisten zu diesem "Notzugriff" entschieden haben, sagten sie bisher aus "einsatztaktischen Gründen" nicht. Auch nicht, wie es zu der schweren Verletzung des Täters kam.

Ohnehin ist der Hintergrund des Geschehens unklar. Vor dem Notruf lief eine 14-Jährige mit Brandverletzungen aus einer McDonald's-Filiale. Das Schnellrestaurant liegt direkt neben der Apotheke. Inzwischen ist klar: Vor der Geiselnahme in der Apotheke hat der Täter laut Polizei das Mädchen im Schnellrestaurant verletzt.

Brennender Schuh

Eine Augenzeugin berichtete, dass sie plötzlich Schreie gehört habe. Zwei Mädchen seien aus dem McDonald's gerannt. "Ein Mädchen rannte um sein Leben", sagte die Zeugin.

Ein Fuß der Jugendlichen habe gebrannt, die Flammen seien schnell bis zur Hüfte hochgeschlagen. Ein Passant habe dem Mädchen den brennenden Schuh vom Fuß gezogen, danach sei eine Helferin aus der Apotheke hinzugekommen.

Der Hauptbahnhof war seit dem Mittag komplett gesperrt und geräumt worden. Die Sperrung dauerte am späten Nachmittag noch an. Sämtliche Linien von Regionalzügen und S-Bahnen wurden umgeleitet oder endeten vorzeitig. Auch der Fernverkehr sei komplett eingestellt, sagte eine Sprecherin.

Mit Material von dpa und AFP



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