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10. Oktober 2016, 18:43 Uhr

Köln

Kleingärtnerin überfällt Bank zur Rettung des Vereins

Eine 56-Jährige soll in Köln eine Bank überfallen haben. Das mutmaßliche Motiv: die Geldnot ihres Kleingartenvereins.

Um ein von ihr verursachtes Finanzloch im Kleingartenverein zu stopfen, soll eine Frau in Köln eine Bank überfallen haben. Die Kölner Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, im Februar mit einer ungeladenen Schreckschusspistole in der Bankfiliale aufgetaucht zu sein und dort 20.000 Euro verlangt zu haben. Erbeutet habe sie 5000 Euro.

Auslöser für die Tat soll die brenzlige Lage gewesen sein, in die sich die Frau in ihrem Kleingartenverein manövriert hatte. "Sie war Kassiererin des Vereins und hatte über einen längeren Zeitraum - auch aus purer Not - in die Kasse gegriffen", erklärte ihr Anwalt Wolfgang Kutsch. Zuvor hatte es mehrere Medienberichte über die Hintergründe des Überfalls gegeben. Eines Tages habe eine größere Rechnung des Vereins beglichen werden müssen - aber das Geld fehlte. Die 56-Jährige entschied sich demnach für den Überfall.

"Sie hat das in der Bank erbeutete Geld danach sofort beim Vereinspräsidenten abgeliefert, auf Heller und Pfennig", sagte der Anwalt. Als die Polizei bei der Frau vorstellig geworden sei, habe sie die Tat sofort gestanden.

Dem Kölner "Express" sagte die Frau, der Überfall sei eine Kurzschlussreaktion gewesen. "Es tut mir leid, was ich der Kassiererin in der Bank angetan habe." Am Dienstag beginnt der Prozess gegen sie wegen schwerer räuberischer Erpressung.

cnn/dpa

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