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Silvesterübergriffe in Köln: Gericht verurteilt Handydieb zu sechs Monaten auf Bewährung

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DPA

Silvester in Köln: Übergriffe in der Nacht

Ein Gericht hat zum ersten Mal einen Täter aus der Kölner Silvesternacht verurteilt. Der Marokkaner legte ein Geständnis ab - und entschuldigte sich beim Opfer.

Im ersten Prozess um die Straftaten in der Kölner Silvesternacht hat das Amtsgericht Köln einen Asylbewerber aus Marokko zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Hinzu kommen 100 Euro Geldstrafe, das entspricht 20 Tagessätzen. Der 23-Jährige hatte gestanden, am Silvesterabend um kurz nach 23 Uhr auf dem Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofs einer Frau das Handy gestohlen zu haben.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Verfahren eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten und zwei Wochen gefordert. Die Verteidigung hingegen plädierte auf eine Geldstrafe.

Seit Neujahr in U-Haft

Die Frau hatte nach dem Handy-Diebstahl den fliehenden Täter einholen können, er wurde von Polizisten festgenommen. Bei seiner Durchsuchung wurde eine geringe Menge Amphetamine entdeckt. Der 23-Jährige sitzt seit dem Neujahrstag in Untersuchungshaft. Vor Gericht entschuldigte sich der Mann bei seinem Opfer, das als Zeugin aussagte.

In der Silvesternacht hatten Gruppen von Männern am Kölner Hauptbahnhof massive sexuelle Übergriffe auf Frauen und zahlreiche Raubdelikte verübt. Bei den Tätern soll es sich überwiegend um Menschen mit nordafrikanischen Wurzeln handeln. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Dutzende Beschuldigte.

Noch für den Vormittag ist vor dem Kölner Gericht ein weiterer Prozess in diesem Zusammenhang anberaumt. Dort sind ein Tunesier und ein Marokkaner angeklagt. Sie sollen mit weiteren Komplizen auf der Hohenzollernbrücke einem Mann eine Tasche gestohlen haben, in der sich eine Fotokamera befand.

SPIEGEL TV Magazin (13.05.2001)

sms/AFP

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