Übergriffe in Köln Zahl der Anzeigen steigt auf mehr als 650

Nach den Übergriffen in Köln melden sich immer mehr mutmaßliche Opfer bei der Polizei. Innerhalb eines Tages kamen jetzt 100 Anzeigen hinzu.

Tatort Hauptbahnhof: Übergriffe in der Silvesternacht
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Tatort Hauptbahnhof: Übergriffe in der Silvesternacht


Nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln haben sich weitere mutmaßliche Opfer bei der Polizei gemeldet. Mittlerweile seien 653 Anzeigen eingegangen, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Mittag. Am Montagabend hatte die Zahl der Anzeigen noch bei 553 gelegen.

Die Staatsanwaltschaft ermittle gegen zwölf Beschuldigte, von denen fünf wegen eines dringenden Tatverdachts in Untersuchungshaft säßen. Den Männern aus Nordafrika werden den Angaben zufolge vor allem Eigentumsdelikte wie Diebstahl zum Vorwurf gemacht, keine Sexualstraftaten.

Staatsanwaltschaft übernimmt Medienanfragen

An Silvester sollen Männergruppen im Bereich des Hauptbahnhofs Frauen umzingelt, sexuell belästigt und bestohlen haben. Wie viele Personen bislang überprüft wurden, weil sie als potenzielle Täter infrage kommen, sagte Bremer nicht. Auch zu der Anzahl angezeigter Sexualstraftaten wollte er keine Angaben machen.

Die Kölner Polizei und die Bundespolizei hatten zuvor von mehr als 20 Verdächtigen berichtet und etwa 45 Prozent der Anzeigen Sexualstraftaten zugeordnet.

Seit Dienstag ist allerdings die Kölner Staatsanwaltschaft zentraler Ansprechpartner für Fragen zu den Übergriffen - und nicht mehr die wegen ihrer Medienarbeit vielfach kritisierte Kölner Polizei. Die Staatsanwaltschaft solle für den Fall mit zwei zusätzlichen Oberstaatsanwälten verstärkt werden, sagte Bremer.

sms/dpa

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